Der Wolf und die sieben Geißlein

Puuh, sich ganz schnell ein Versteck aussuchen, wenn Gefahr lauert, gar nicht so einfach. Welche guten Verstecke kennst du denn bei dir zu Hause? Sicherlich kommt auch der Tisch oder das Bett in den Sinn. Hast du auch eine Standuhr zu Hause? Da würde man sicherlich nicht sofort drauf kommen, wenn man das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein nicht kennt. Schau dir hier an, was die Hardegser Weperschule im Rahmen ihrer Projekttage gestaltet hat- Sei gespannt, denn du kannst einzelne Wörter des Märchen in der Gebärdensprache kennen lernen.

Gebärden zum Märchen

Klick die jeweiligen Wörter an und du wirst sehen, wie die Gebärde aussieht!

ZiegeWolfweinen,Wasser, Wald , trinken, Mama, Mehl, schlafen, schwarz, Stein, Stimme, Bäcker, böse, Durst, essen, Kreide, klopfen,  Kinder, Haus, Fuß, Freude

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Der Wolf und die sieben Geißlein

von Brüder Grimm

Es war einmal eine alte Geißenmutter. Sie hatte sieben junge Geißlein. Eines Tages sagte die Mutter:,,Liebe Kinder, ich gehe hinaus in den Wald und hole Futter. Nehmt euch in Acht vor dem Wolf und lasst ihn niemals herein! Ihr erkennt ihn an seiner rauen Stimme und an den schwarzen Pfoten.“

Die Geißenmutter ging in den Wald. Es dauerte nicht lange und es klopfte an der Tür:,,Macht auf, liebe Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem etwas mitgebracht.“ Aber die Geißlein erkannten den Wolf an der rauen Stimme und der schwarzen Pfote. Und so öffneten die Geißlein die Tür nicht.

Der Wolf aß ein Stück Kreide. So wurde seine Stimme fein. Auf seine Pfoten streute er Mehl.

Er ging wieder zur Tür, klopfte und sagte:,,Macht auf, liebe Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem etwas mitgebracht.“ Dieses Mal glaubten die Geißlein dem Wolf und öffneten die Tür.

Die Geißlein erschraken sehr. Sie versteckten sich unter dem Tisch, im Bett, im Ofen, im Schrank, in der Küche und unter der Waschschüssel. Der Wolf aber fand sie alle und verschlang sie. Nur das kleinste Geißlein fand er nicht. Dieses Geißlein hatte sich im Uhrenkasten versteckt.

Als die Geißenmutter nach Hause kam, rief das kleinste Geißlein: „Liebe Mutter, ich stecke im Uhrenkasten!“ Die Mutter holte das Geißlein aus dem Uhrenkasten. Das kleine Geißlein erzählte der Mutter, dass der Wolf alle anderen Geißlein gefressen hatte. Die Mutter war sehr traurig und weinte bitterlich.

 Auf der Wiese entdeckte die Mutter den schlafenden Wolf. Sie sah, dass sich in seinem Bauch etwas bewegte.

Da schnitt sie ihm mit der Schere den Bauch auf und die sechs Geißlein sprangen heraus. Die Geißlein befüllten den Bauch des Wolfes mit großen Steinen und nähten den Bauch wieder zu.

Der Wolf wurde wach und ging mit seinem schweren Bauch zum Brunnen. Als er trinken wollte, fiel er hinein und ertrank.

Die sieben Geißlein riefen laut: „Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot!“, und tanzten um den Brunnen herum.

Aufgabe

Jetzt habt ihr in dem Märchen erfahren, wo sich das kleine Geißlein versteckt. Welche guten Verstecke gibt es im Wildpark? Wo verstecken sich die Ziegen überall?

Und wenn du Lust hast, kannst du unter folgendem Link auch noch ein Memory mit den Tieren aus dem Wildpark spielen. Hab viel Spaß!

https://interacty.me/projects/833ecb04fedddef2

Der Wildpark

Mehr als 100 tierische Bewohner aus 20 Tierarten leben auf dem zwölf Hektar großen Gelände.
Im Juni 1965 öffnete der Park seine Tore und ist somit schon seit über 50 Jahren ein tolles Ausflugsziel in der Stadt Hardegsen.

Der Park erstreckt sich am nördlichen Stadtrand im Talgrund der Espolde entlang der Straße nach Ertinghausen. Seit jeher gehört ein oberer, über eine Treppenanlage erreichbarer Teil zur Anlage. Dort präsentiert sich der Wildpark mit einer eindrucksvollen Felskulisse des heimischen Solling-Buntsandsteins.

Im Laufe der Jahrzehnte gab es einige Veränderungen im Bestand der Tiere und in der Zuordnung der Gehege. Zeitweise hatten Wisente eine Heimat im Wildpark. Die Haltung musste jedoch aufgrund der schwierigen Haltungsbedingungen wieder aufgegeben werden. Zur Jahrtausendwende realisierte die Stadt Hardegsen als Trägerin der Einrichtung das Tierschauhaus an der Streichelwiese als bis dahin größtes Vorhaben.
Im Juli 2015 wurde das 50-jährige Jubiläum des Wildparks Hardegsen würdig mit einem Sommerfest gefeiert.
Seit August 2016 verfolgt die Stadt Hardegsen in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), Fakultät Ressourcenmanagement, eine Zukunftsstrategie zur Weiterentwicklung des Wildparks Hardegsen. Hierzu zählen klare Zielstellungen und Prioritäten im Sinne eines Leitbildes.
In dem seit Anfang 2018 aktiven offenen Arbeitskreis Wildpark engagieren sich neben dem Förderverein Wildgehege, Menschen ehrenamtlich für das Tierwohl im Wildpark.

Quelle: www.wildpark-hardegsen.de, Zusammengefasst von Schülern der Weperschule Hardegsen

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Sterntaler

„Verschenkt Gold zu Weihnachten oder besonderen Anlässen.“ Diese Idee findet man auf der Homepage der...

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Rotkäppchen

„Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Augen? Damit ich dich besser sehen kann. Großmutter,...

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Rapunzel

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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Hase und Igel

„Ich bin schon da“. Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die...

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Froschkönig

Der Eselsbrunnen ist bis heute unter den Hardegsern gut bekannt. Man kann seit einiger Zeit...

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Frau Holle

„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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Unsere Standorte

Das hässliche Entlein

„Anders sein – manchmal ganz schön schwer und traurig“
In dem Märchen „Das hässliche Entlein“ von dem dänischen Autor Hans Christian Andersen geht es um einen Aussetzigen. Es ist gar nicht so leicht, anders zu sein. Das arme kleine Entlein ähnelt so gar nicht den flauschigen gelben Küken. Ausgegrenzt und traurig versteckt es sich, bis es nach einem Jahr merkt, dass es zu einem wunderschönen ??? herangewachsen ist.

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Das hässliche Entlein

von Hans Christian Andersen

Es war einmal eine Entenmutter, die lebte auf einem Bauernhof. Es war Sommer und sie wartete darauf, dass bald ihre sieben Küken schlüpfen würden. Als es soweit war, schlüpften sechs wunderschöne flauschige, gelbe Küken.

Das siebte Ei war viel größer als alle anderen und rührte sich nicht. Erst ein paar Tage später schlüpfte ein graues, hässliches Entlein aus dem Ei. Die Entenmutter hatte das graue Küken trotzdem lieb, aber sie machte sich Sorgen. Das graue Entlein war ein sehr tollpatschiges Entlein. Keines der anderen wollte mit ihm spielen.

Eines Tages fasste das Entlein den Entschluss, wegzulaufen. Während alle anderen Tiere schliefen, machte es sich auf den Weg. Auf der Reise begegneten dem Entlein viele andere Tiere. Niemand konnte ihm jedoch sagen, warum es so hässlich war. Einmal kam es zu einer Bäuerin. Diese dachte das Entlein wäre eine Gans und sperrte es in einen Käfig. Die Bäuerin wollte, dass das Entlein Gänseeier legte. Weil das Entlein aber keine Gans war, ging das nicht. Das Entlein hatte Angst als Gänsebraten zu enden. Eines Nachts, als die Bäuerin nicht aufpasste, lief sie wieder weg.

Bald fand das kleine Entlein einen wunderschönen See. Es versteckte sich im Schilf und blieb dort. Doch nach einiger Zeit kam der Winter und es wurde immer schwieriger, Nahrung zu finden. Das Entlein war sehr schwach und verließ sein Versteck. Da fand ein Bauer das kleine Tier und nahm es mit. Seine Kinder pflegten das hässliche Entlein und so überlebte es den Winter. Im Frühling war das Entlein sehr groß geworden und der Bauer brachte es zurück an den Schilfsee.

Hier konnte das Entlein sein Spiegelbild sehen. Es erschrak sich, denn es war gar nicht mehr hässlich. Ganz im Gegenteil, dass Entlein war zu einem wunderschönen Schwan geworden. Auch alle anderen Schwäne, die an den See zurückkehrten, freuten sich über ihn. Ab diesem Tag gab es kein hässliches Entlein mehr, sondern nur einen wunderbaren Schwan, der sich niemals mehr einsam fühlte!






 

Aufgabe

Jetzt habt ihr in dem Märchen erfahren, wie sich das „hässliche Entlein“ oder eher gesagt der Schwan,  gefühlt hat. Bist du schon mal einem Schwan begegnet? Welche Gedanken oder Gefühle hattest du? Geht mit offenen Augen an den Parks und den Seen, auch hier in Hardegsen vorbei.
Findet ihr einen Schwan, ein hässliches Entlein?
Macht für uns ein Foto und schickt es uns zu! Wir freuen uns schon jetzt auf Fotos.

Der Kurpark

Ein Kurpark in Hardegsen? Sind wir denn eine Kurstadt?
Nein, leider nicht mehr, aber Hardegsen war von 1973 bis 2010 staatlich anerkannter Erholungs- und Luftkurort. Das nahm die Stadt zu Beginn zum Anlass, im Dezember 1972 vom Land Niedersachsen den 32.000 m² großen Komplex der Burg Hardeg mit den sie umgebenden Ländereien aus dem Bestand der damals staatlichen Domäne zu kaufen. Man wollte den Fremdenverkehr in Hardegsen fördern. Der angelegte Kurpark diente den Kurgästen als Begegnungsstätte und zur Erholung.

Durch den Park fließt fließt der Bach Lunau, der einen künstlich angelegten Teich mit Fontäne speist.

Auch wenn wir jetzt seit über zwölf Jahren keine Kurstadt mehr sind, wird der Park weiterhin von vielen Einwohnern als Ort der Begegnung genutzt. Viele nehmen den Park als Kulisse, um ihren schönsten Tag im Leben, die Hochzeit, für die Ewigkeit festzuhalten. Die Hochzeitsfotos am Teich oder im Hintergrund das Muthaus sind wunderschön. Auch größere Veranstaltungen wie das Gartenfestival Lebenslust im Juni jeden Jahres lädt tausende Besucher in den Kurpark ein. Auch fanden Qi Gong-Kurse im Sommer oder in Corona-Zeiten ein Weihnachtsgottesdienst im Kurpark statt.


Gepflegt wird der Park übrigens von der Stadt und der Bevölkerung Hardegsens. Im Frühling blühen viele Osterglocken oder Tulpen im Park. Auch an die Partnerstadt Stolberg gibt es einen Erinnerungsstein. Und wer ins kalte Nass springen möchte, sollte lieber in das angrenzende Burgbad gehen.
Da der Kurpark inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist, unschwer am 1974 eröffneten Musikpavillon im oberen Teil des Kurparks zu erkennen, wird dieser in den nächsten Jahren neu gestaltet. Vielleicht sind dann auch wieder ein paar (hässliche) Entlein im Kurpark zu finden.

 

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Sterntaler

„Verschenkt Gold zu Weihnachten oder besonderen Anlässen.“ Diese Idee findet man auf der Homepage der...

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Rotkäppchen

„Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Augen? Damit ich dich besser sehen kann. Großmutter,...

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Rapunzel

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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Hase und Igel

„Ich bin schon da“. Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die...

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Froschkönig

Der Eselsbrunnen ist bis heute unter den Hardegsern gut bekannt. Man kann seit einiger Zeit...

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Frau Holle

„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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Unsere Standorte

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“

Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in seinem Leben, werden doch zu einem hohen Prozentsatz an diesem Ort erfahren: Die Kirche. Sei es die Taufe, die Konfirmation oder auch die Hochzeit. Gewiss, die Kirche hätte so einiges zu erzählen. Und auch das Läuten der Kirchenglocke übernimmt eine wichtige Rolle in unserem Leben. Sagt sie uns doch an, wann wir nach Hause gehen müssen, wie spät es ist oder ob ein Gottesdienst beginnt.

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Die Glocke

von Hans Christian Andersen

Abends in den schmalen Straßen der großen Stadt, wenn die Sonne unterging und die Wolken oben wie Gold zwischen den Schornsteinen glänzten, hörte häufig bald der Eine, bald der Andere einen sonderbaren Laut, gerade wie der Klang einer Kirchenglocke. „Nun läutet die Abendglocke,“ sagt man, „nun geht die Sonne unter!“
Die, welche außerhalb der Stadt wandelten, wo die Häuser weiter voneinander entfernt lagen, die sahen den Abendhimmel noch prächtiger und hörten den Klang der Glocke weit stärker. Es war, als käme der Ton von einer Kirche, tief aus dem stillen, duftenden Walde; und die Leute blickten dorthin und wurden ganz andächtig.
Nun verstrich längere Zeit; der eine sagte zum anderen: „Ob wohl eine Kirche da draußen im Walde ist? Die Glocke hat doch einen eigentümlich herrlichen Klang! Wollen wir nicht hinaus und sie uns näher betrachten?“ Und die reichen Leute fuhren und die Armen gingen; aber der Weg wurde ihnen so erstaunlich lang, und als sie zu einer Menge Weidenbäume kamen, die am Rande des Waldes wuchsen, da lagerten sie sich dort und blickten zu den langen Zweigen hinauf und glaubten, dass sie nun recht im Grünen seien. Der Konditor aus der Stadt kam hinaus und schlug sein Zelt auf. Drei Personen versicherten, dass sie in den Wald eingedrungen seien, bis dahin, wo er Ende; und sie hätten immer den sonderbaren Glockenklang gehört; aber es sei ihnen dort gerade gewesen, als wenn er aus der Stadt käme. Der Eine schrieb ein ganzes Lied davon und sagte, dass die Glocke wie die Stimme einer Mutter zu einem lieben, klugen Kinde klänge; keine Melodie sei herrlicher, als der Klang der Glocke.
Der Kaiser des Landes wurde auch aufmerksam darauf und versprach, dass der, welcher wirklich ausfindig machen könne, woher der Schall komme, den Titel eines „Weltglöckners“ haben solle, und das sogar, wenn es auch keine Glocke sei.
Nun gingen viele nach dem Walde; aber es war nur Einer, der mit einer Art Erklärung zurückkehrte. Keiner war tief genug eingedrungen, und er auch nicht; aber er sagte doch, dass der Glockenton von einer sehr großen Eule in einem hohlen Baume herkomme; es sei so eine Weisheitseule, die ihren Kopf fortwährend gegen den Baum stieße; aber ob der Ton von ihrem Kopfe oder von dem hohlen Stamme käme, das konnte er noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Er wurde als Weltglöckner angestellt und schrieb jedes Jahr eine kleine Abhandlung über die Eule; man ward dadurch eben so klug, wie man vorher gewesen.


Nun war gerade ein Einsegnungstag. Der Prediger hatte so schön und innig gesprochen; die Konfirmanden waren so tief bewegt gewesen; es war ein wichtiger Tag für sie: sie wurden aus Kindern mit einem Male zu erwachsenen Menschen, die Kinderseele sollte nun gleichsam in eine verständigere Person hinüberfliegen. Es war der herrlichste Sonnenschein; die Konfirmanden gingen zur Stadt hinaus, und vom Walde her erklang die große, unbekannte Glocke ganz besonders stark. Sie bekamen sogleich Lust, dahin zu gehen, und zwar alle, bis auf drei. Die Eine von diesen wollte nach Hause und ihr Ballkleid anprobieren, denn es war gerade das Kleid und der Ball, welche Schuld daran waren, dass sie dieses Mal eingesegnet worden war, sonst wäre sie nicht mitgekommen; der Zweite war ein armer Knabe, welcher seinen Konfirmationsrock und die Stiefeln vom Sohne des Wirthes geliehen hatte, und die musste er zur bestimmten Zeit zurückliefern; der Dritte sagte, dass er nie nach fremden Orten ginge, wenn seine Eltern nicht mit wären, und dass er immer ein artiges Kind gewesen, und das wolle er auch bleiben, selbst als Konfirmand, und darüber solle man sich nicht lustig machen! – Aber das taten sie doch.
Drei von ihnen gingen also nicht mit, die Andern trabten davon.

Aber bald ermüdeten zwei der Kleinsten und kehrten um und gingen wieder zur Stadt; zwei kleine Mädchen setzten sich und banden Kränze; die kamen auch nicht mit. Und als die Andern die Weidenbäume erreichten, wo der Konditor wohnte, da sagten sie: „Nun sind wir hier draußen; die Glocke existiert ja doch eigentlich nicht; sie ist nur Etwas, was man sich einbildet!“
Da ertönte plötzlich tief im Walde die Glocke so schön und feierlich, dass vier oder fünf sich entschlossen, doch noch weiter in den Wald hineinzugehen. Der war so dicht, so belaubt! Es war ordentlich beschwerlich, vorzudringen. Aber für Mädchen war es kein gangbarer Weg: sie würden sich die Kleider zerrissen haben. Das frische Quellwasser sprudelte hervor, und wunderbar tönte es, gleichwie „Kluck, Kluck!“
„Das ist wohl noch nicht die Glocke!“ sagte einer der Konfirmanden, und legte sich nieder und horchte. „Das muss man ordentlich studieren!“ Da blieb er und ließ die Andern gehen.
Sie kamen zu einem Hause aus Rinde und Zweigen; ein großer Baum mit wilden Äpfeln streckte sich darüber hin, als wollte er seinen ganzen Segen über das Dach ausschütten, die langen Zweige lagen gerade um den Giebel her und an diesem hing eine kleine Glocke. Sollte es die sein, die man gehört hatte? Ja, darin stimmten Alle überein, bis auf Einen; dieser sagte, dass die Glocke zu klein und fein sei, als dass sie in solcher Entfernung gehört werden könne, wie sie sie gehört hatten, und es ganz andere Töne wären, die ein Menschenherz so rührten. Der, welcher sprach, war ein Königssohn, und da sagten die Anderen, so einer wolle immer klüger sein.
Deshalb ließen sie ihn allein gehen; und wie er ging, wurde seine Brust mehr und mehr von der Einsamkeit des Waldes erfüllt; aber noch hörte er die kleine Glocke, über die sich die Anderen so freuten. Nun raschelte es im Busche, und da stand ein kleiner Knabe vor dem Königssohne, ein Knabe in Holzschuhen und mit einer zu kurzen Jacke. Sie kannten einander; der Knabe war gerade derjenige von den Konfirmanden, der nicht hatte mitkommen können, weil er nach Hause musste, um Rock und Stiefeln an des Wirthes Sohn abzuliefern. Das hatte er getan und war dann in Holzschuhen und mit den ärmlichen Kleidern allein fortgegangen; denn die Glocke klang so stark, so tief: er musste hinaus.

„Wir können ja zusammen gehen!“ sagte der Königssohn. Aber der arme Konfirmand mit den Holzschuhen war ganz verschämt. Er zupfte an den kurzen Ärmeln der Jacke und sagte: er fürchte, er könne nicht so rasch mitkommen; überdies meine er, dass die Glocke zur Rechten gesucht werden müsse, denn den Platz habe ja alles Große und Herrliche.
„Ja, dann begegnen wir uns gar nicht!“ sagte der Königssohn und nickte dem armen Knaben zu, der in den tiefsten Teil des Waldes hineinging, wo die Dornen seine ärmlichen Kleider entzwei und Antlitz, Hände und Füße blutig rissen. Der Königssohn erhielt auch einige tüchtige Risse, aber die Sonne beschien doch seinen Weg, und er ist es, dem wir nun folgen, denn er war ein flinker Bursche.
„Die Glocke will und muss ich finden!“ sagte er, „und wenn ich auch bis ans Ende der Welt gehen muss. „Ringsum die schönsten grünen Wiesen, wo Hirsch und Hündin im Grase spielten, wuchsen prächtige Eichen und Buchen; und war einer der Bäume in der Rinde gesprungen, so wuchsen Gras und lange Ranken in den Spalten; da waren auch große Waldstrecken mit stillen Landseen, worin weiße Schwäne schwammen und mit den Flügeln schlugen.
Der Königssohn stand oft still und horchte; oft glaubte er, dass von einem dieser Seen die Glocke zu ihm herauf klang; aber dann merkte er wohl, dass es nicht daher käme, sondern dass die Glocke noch tiefer im Walde ertöne.
Nun ging die Sonne unter; die Luft erglänzte rot wie Feuer; es wurde so still und er sank auf seine Knie, sang sein Abendlied und sagte:
„Nie finde ich, was ich suche! Nun geht die Sonne unter, nun kommt die finstere Nacht. Noch einmal kann ich die Runde, rote Sonne vielleicht noch sehen, ehe sie an dem Horizonte verschwindet: ich will dort auf die Felsen hinaufsteigen; ihre Höhe erreicht die der höchsten Bäume!“
Und er ergriff nun Ranken und Wurzeln und kletterte an den nassen Steinen empor- aber hinauf kam er, bevor die Sonne, von dieser Höhe gesehen, ganz untergegangen war.
O, welche Pracht! Das große, herrliche Meer, welches seine langen Wogen gegen die Küste wälzte, streckte sich vor ihm aus, und die Sonne stand wie ein großer, glänzender Altar da draußen, wo Meer und Himmel sich begegneten; Alles schmolz in glühenden Farben zusammen; der Wald und das Meer sang und sein Herz mit.
Die ganze Natur war eine große, heilige Kirche, worin Bäume und schwebende Wolken die Pfeiler, Blumen und Gras die gewebte Samtdecke und der Himmel selbst die große Kuppel bildeten; dort oben erloschen die roten Farben, indem die Sonne verschwand; aber Millionen Sterne wurden angezündet; es glänzten Millionen Diamantlampen, und der Königssohn breitete seine Arme aus gegen den Himmel, gegen das Meer und gegen den Wald.
Da kam plötzlich, von dem rechten Seitenwege, der arme Konfirmand mit den kurzen Ärmeln und den Holzschuhen, er war hier ebenso zeitig angelangt; er war auf seinem Wege dahin gekommen.
Und sie liefen einander entgegen und fassten einander an die Hand in der großen Kirche der Natur und der Poesie. Und über ihnen ertönte die unsichtbare, heilige Glocke: selige Geister umschwebten sie im Tanze zu einem jubelnden Halleluja!
.

 

 

 

Aufgabe

In der Kirche gibt es viel zu entdecken. Zähle beim nächsten Besuch doch mal, wie viele Orgelpfeifen zu sehen sind. Oder wie viele Schritte du von ganz hinten bis ins Kirchenschiff gehen musst. Wie viele Sitzbänke sind vorhanden? Wie hoch ist wohl der Kirchturm? Findest du alte Inschriften? Was bedeuten diese wohl? Du kannst auch online der 600 Jahre alten St. Mauritius Kirche einen Besuch abstatten.

https://kirchengemeinde-hardegsen.wir-e.de/digitale-kirchenfuehrung-st-mauritius

Was die Kirche schon so alles erlebt hat...

Die Kirche
Der Bau der Sankt Mauritius Kirche ist im Jahre 1423 ist von Herzogin Margarete von Braunschweig veranlasst worden. 
Um die Entstehung der Kirche rankt sich die Legende, dass Herzogin Margaretes 1394 im Kirchenbann verstorbener Gatte Otto „der Quade“ sein Seelenheil nur wiedererlangen könne, wenn sie für ihn und ihre Seele Buße tue. 
Wir können vermuten, dass der Bau unserer heutigen Mauritius Kirche ein Teil ihrer Buße war, zumal es als sicher gilt, dass an gleicher Stelle bereits eine Kirche gestanden hat, die aber zu Margaretes Lebzeiten schon baufällig war.

Die Edskes-Orgel 
ist benannt nach ihrem Erbauer, dem holländischen Orgelbauer Bernhardt H. Edskes, aus Wohlen in der Schweiz. Die gesamte Orgel ist vollständig aus Holz gebaut, nicht einmal Schrauben oder Nägel wurden verwendet. 
Am Pfingstsonntag, 26. Mai 1996, wurde sie geweiht.

Mit dem Glockenschlag durchs Leben

So wie mir geht es bestimmt allen, die in der Hardegser Altstadt aufgewachsen sind: Seit ich denken kann, höre ich den Glockenschlag der St. Mauritiuskirche. Oder vielmehr, ich höre ihn nur, wenn ich  darauf achte, sonst ist er Teil der Welt wie Sonne und Wind, wie Frühling und Herbst.

Als Kind war ich krank mit Masern, hohes Fieber, lag im Bett, tagelang. War zum Lesen zu klein, zum Aufstehen zu schlapp. Dämmerte vor mich hin. Aber zählen konnte ich schon und begriff, dass die Glockenschläge wohl etwas mit Zeit zu tun hatten: Ein Schlag für viertel, zwei Schläge für halb, drei Schläge, vier Schläge. Dann die Stundenschläge in tieferem Klang.

Gespielt haben wir Kinder damals auf der Stubenstraße, der Hohen Straße, Am Plan. Roller fahren, Seilspringen oder Hinkelhäuschen mit Kreide gemalt. Keiner von uns hatte eine Uhr. Aber zum Abendbrot kurz nach sechs waren alle pünktlich; die Kirchenglocke hatte uns nach Hause geschickt.

Jahre später die Katastrophe: ein Trauerfall in der Familie, völlig überraschend, viel zu früh. In den ersten Nächten habe ich kaum geschlafen. War verloren, wie betäubt. Doch in all der Verzweiflung gab es einen vertrauten Klang: alle Viertelstunde der Glockenschlag der Kirche. Die Zeit vergeht, ich kann es hören. Bald wird es wieder hell.

Als Jugendliche haben wir abends an der Burg gesessen, im Dunkeln erzählt und gekichert. Um elf Uhr sollten wir zu Hause sein. Na gut, mit dem Stundenschlag sind wir losgelaufen, das ging dann gerade noch so in Ordnung.

So zieht sich der Klang durchs Leben: Beim Schwimmen im Freibad oder spazierend durch den Kurpark, schnelles Eilen zu einer Verabredung oder stilles Verweilen auf einer Bank im Sonnenschein. Egal, ob man keine Uhr zur Verfügung hat oder einfach die Augen schließt. Ob man in froher Stimmung ist oder vor Sorgen nachts wach liegt. Etwas ist immer da und gibt den Takt Tag für Tag: alle Viertelstunde der Glockenschlag der St. Mauritiuskirche.

Sabine Hirte

 

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Sterntaler

„Verschenkt Gold zu Weihnachten oder besonderen Anlässen.“ Diese Idee findet man auf der Homepage der...

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Rapunzel

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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Hase und Igel

„Ich bin schon da“. Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die...

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Froschkönig

Der Eselsbrunnen ist bis heute unter den Hardegsern gut bekannt. Man kann seit einiger Zeit...

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Frau Holle

„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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Unsere Standorte

Sterntaler

„Verschenkt Gold zu Weihnachten oder besonderen Anlässen.“
Diese Idee findet man auf der Homepage der Volksbank. Welches Märchen passt da nicht besser als Sterntaler? Auch sie bekommt am Ende des Märchens Gold, das allerdings vom Himmel fällt, weil sie ihr letztes Hemd an jemanden verschenkt. Würdest auch du dein letztes Hemd weggeben? Wer würde es bekommen?

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Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen, das war ganz allein auf der Welt. Es hatte nichts mehr als die Kleider, die es am Leib trug und ein Stück Brot in der Hand. So ging es in die Welt hinaus. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sagte: „Ach, gib mir etwas zu essen. Ich bin so hungrig.“ Und das Mädchen schenkte ihm das ganze Stück Brot.

Dann kam ein Kind, das jammerte: „Mich friert. Ach, wenn ich doch etwas Warmes für meinen Kopf hätte!“ Und das Mädchen schenkte ihm seine Mütze. Nach einer Weile kam wieder ein Kind, das hatte keine Jacke an und fror. Dem schenkte das Mädchen seine Jacke. Danach bat ein Kind um ein Hemdchen. Dem schenkte das Mädchen seinen Hemd.

 

Als es dunkel wurde, gelangte das Mädchen in einen Wald. Da kam noch ein Kind und bat um ein Hemdchen. Das Mädchen dachte: „Es ist so dunkel, dass mich niemand sehen kann, dann kann ich mein Hemdchen auch verschenken. Und wie es so dastand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter blanke Taler. Das Mädchen hatte ein neues Hemd an von allerfeinstem Leinen. Da sammelte es die Taler hinein und hatte genug für sein ganzes Leben.

Sterntalerlesung

Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders wurde im Dezember 2022 die nächste Station des Märchenpfads veröffentlicht: Sterntaler an der Hardegser Volksbank. Die Geschichte der Bank ist durchaus spannend, lief doch der Bankdirektor mit dem Guthaben der Bank fort oder stand der Tresor der Bank früher im Wohnzimmer des Direktors. Nah, seid ihr neugierig geworden? Dann schaut euch den Standort doch mal genauer an!

Aufgabe

Überlegt doch mal, was würdet ihr wie Sterntaler abgeben? Würdet ihr auch euer letztes Hemd weggeben?

Die Volksbank

Eine lange Geschichte

Die Hardegser Volksbank wurde am 6. Juni 1886 gegründet. Hardegsen hatte gerade mal 1095 Einwohner und davon gründeten 40 Personen (11 kamen sogar aus dem kleinen Dorf Ertinghausen) die Spar- und Darlehenskasse.  Durch die „Sparkasse“ sollten die Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Ersparnisse zu sichern und somit auch im Alter Geld zu haben, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten. Die „Sparkassen“ haben aber noch keine eigenen Geschäftsräume bezogen, so wie wir es heute kennen. Die Geschäfte werden in den Wohnungen der jeweiligen Rendanten, das heißt den Geschäftsführern erledigt, zu jeder Tages- und Nachtzeit mussten sie zur Verfügung stehen. In Hardegsen war der erste Geschäftsführer der Kaufmann Herr Illemann. Dieser bekam gerade mal 50 Mark Vergütung pro Jahr.

1889 fehlte laut Kassenprüfung sogar 456,58 Mark in der Kasse. Doch man verfolgte das nicht länger, war es wohl auf dem Postweg verloren gegangen.

Im September 1898 wurde die erste Geschäftsbeziehung eingegangen, mit der Ortschaft Fredelsloh. 1968 entschied man sich aufgrund der Konkurrenz aus Göttingen für den Namen Volksbank. 1977 fusionierte die Hardegser Bank mit Moringen und Fredelsloh.

Im Jahre 1893 fasste man den Beschluss, einen feuerfesten Geldschrank für 450 Mark anzuschaffen. Allerdings hatten die Mitglieder die Sorge, dass er in den Wohnräumen sicher steht, denn man wusste nicht, ob der Holzfußboden, der Last standhielt.

1899: Der Rendant Tolle verschwindet spurlos, er veruntreute Geld, hat selbst viele Kredite aufgenommen und nimmt auf der Flucht nach Amerika sogar den Schlüssel für den Tresor mit. Der Volks- und Raiffeisenbank geht es nicht mehr gut, sie hat viel Geld verloren.

1915 wird dann ein neuer Geldschrank angeschafft, der sogar bis 1963 genutzt wurde.

1920 war es endlich so weit. Das erste eigene Büro im Hause Düker, in der Langen Straße wird bezogen. 1936 zog man in das Haus gegenüber von Illemann, aber 1938 fand erneut ein Umzug in ein Ärztehaus statt.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner nach dem zweiten Weltkrieg weigert sich Geschäftsführer Heinrich Rabe 1945, den Tresor zu öffnen.

Seit 1952 gab es eine Torpedo-Buchungsmaschine, das heißt Kontoauszüge konnten gedruckt werden und es musste nicht mehr alles in ein Buch eingetragen werden.

In den Jahren von 1962 bis 1964 wurde das uns heute bekannte Bankgebäude gebaut. 1983/1984 sowie 2020 wurde das Gebäude umgebaut, erweitert und modernisiert. 2020 wurde in zwei Bauabschnitten das Erdgeschoss vollkommen entkernt. Es ist ein neuer Selbstbedienungsbereich und Servicepoint entstanden. In dem Hardegser Bankhaus haben heutzutage 30 Mitarbeiter ihre Arbeitsstelle.

GOLD NICHT NUR ZU WEIHNACHTEN

Das Märchen Sterntaler passt doch hervorragend zur Hardegser Volksbank. Wäre es nicht schön, wenn wie in dem Märchen Goldtaler vom Himmel fallen und die Armen beschenken würde?

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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„Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Augen? Damit ich dich besser sehen kann. Großmutter,...

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„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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Unsere Standorte

Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“
Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch bestimmt auch bei dir sofort einen Ohrwurm, oder? War Dornröschen denn wirklich immer so lieb? Lies das Märchen oder höre es dir an und erfahre, ob die Verse aus dem Lied die Wahrheit sprechen.

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Dornröschen

Es war einmal ein Königspaar, das feierte zur Geburt seiner Tochter ein großes Fest.
Auch 12 Feen des Königreichs waren eingeladen. Jede beschenkte das Mädchen mit einem guten
Wunsch. Da erschien die 13. Fee. Sie war sehr zornig, weil sie nicht eingeladen worden war, und rief:
„Die Königstochter soll sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und tot umfallen!“
Da trat die 12. Fee vor, die ihren Wunsch noch nicht ausgesprochen hatte. Sie konnte den bösen
Wunsch nicht aufheben, nur mildern: „Es soll kein Tod sein, sondern ein 100-jähriger Schlaf.


An ihrem 15. Geburtstag entdeckte die Prinzessin in einem kleinen Stübchen im Schlossturm eine alte
Frau, die emsig spann. Als die Prinzessin die Spindel auch einmal in der Hand halten wollte, stach sie
sich damit in den Finger und sank sofort in einen tiefen Schlaf.

Und dieser Schlaf verbreitete sich über
das ganze Schloss.

Rings um das Schloss begann eine dichte Rosenhecke zu wachsen; kein Prinz
konnte hindurch. Als 100 Jahre um waren, kam wieder ein Prinz. Die Dornenhecke tat sich vor ihm
auf, und gerade als er Dornröschens Lippen mit einem Kuss berührte,

wachte sie auf und das ganze
Schloss mit ihr. Da sie sich lieb hatten, feierten Dornröschen und der Prinz bald Hochzeit.

Aktion beim Tag des Denkmals 2022

Spürnasen, Dornröschen, Rotkäppchen, Ritter & Königssohn

 

Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals konnte der Familientreff Klatschmohn nun offiziell seine achte Station des Märchenpfads an der Burg Hardeg veröffentlichen. 

Wer hat Dornröschen wach geküsst?

Diese Frage haben rund 20 Kinder mit ihren Eltern bei der märchenhaften Spurensuche im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 11. September im Hardegser Muthaus beantwortet. Die verschiedenen Rätsel, die das Team des Familientreffs Klatschmohn für die Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahre vorbereitet hatte, wurden innerhalb kürzester Zeit gelöst. Nachdem Kristin König, Vorstandsmitglied im Familientreff Klatschmohn, den jungen Detektiven das Märchen zunächst erzählt hat, sind die Spürnasen anschließend eifrig und erfolgreich beim Lösen der Aufgaben im Rittersaal des Muthauses auf Spurensuche gegangen. Dabei schauten sie sich neben den Gemälden und sehr alten Reliquien ein Wimmelbild von Dornröschen sehr genau an. Puzzleteile wurden gesucht, an der Spindel die Wolle aufgewickelt, Rosenblüten nach Zahlen untersucht oder das Märchen nochmal genau gelesen, um die passenden Codes für die Zahlenschlösser zu knacken. Damit gelangten alle Besucher an die Hinweise, um die Frage zu beantworten, wer Dornröschen wach geküsst hat. Zur Belohnung gab es für alle eine Medaille, überreicht vom Königssohn persönlich.

Aufgabe

Welche Wörter findest du? Es sind zehn Wörter versteckt.

hase rabbit

Burg Hardeg - Das Muthaus

Als Besitzer „der Burg“ wird 1266 Ludwig der II. von Rosdorf genannt. Ludwig hatte drei Söhne, die sich um den weiteren Ausbau der Burg gekümmert haben. Der Bau des Muthauses hatte sie damals sogar in finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

1379 kaufte der Herzog Otto von Göttingen die Burgen in Hardegsen und Moringen für 3000 Mark Silber. Auf der Burg Hardegsen richtete er neun Jahre später seinen Wohnsitz ein, wo er 1394 starb. Seine Frau lebte noch ein paar Jahre dort weiter.
Danach gab es wieder neue Besitzer und Bewohner: Johann Zepollen und zu einem späteren Zeitpunkt Herzogin Elisabeth.

Während der mittelalterlichen Zeit, 1466, musste die Burg sogar einmal verteidigt werden, wurde aber niemals erobert.In den weiteren Jahrhunderten hatte dieses Gebäude mehrere Bezeichnungen, wie fürstliches Schloss, Preußische oder Niedersächsische Domäne. Erst 1973 ging diese Burg endgültig in den Besitz der Stadt Hardegsen über.

Von der ehemaligen Burg Hardeg sind heute noch die drei folgenden Gebäudeteile erhalten:
Das Muthaus – das Wahrzeichen Hardegsens, das Hagenhaus und Teile der Eingrenzungsmauer an der Südseite.

Das Muthaus

Das 1324 erbaute Muthaus ist sogar das älteste, größte und vollständig erhaltene Bauwerk bei uns in Südniedersachsen. Früher hieß es „Moßhaus“, welches auf das mittelhochdeutsche Wort „muos“ zurückzuführen ist und für Essen bzw. Mahlzeit steht.
Dieses Hauptwohngebäude ist aus Sandsteinen errichtet worden und hat vier Stockwerke. Jedes Stockwerk besteht aus nur einem einzigen Raum, der in der Mitte von Säulen aus Holz getragen wird und durch Holztreppen erreichbar ist. Das gesamte Bauwerk ist auf einem Sandsteinfelsen erbaut worden und verfügt über ein eindrucksvolles, gotisches Kellergewölbe. Von außen sind nur wenig Verzierungen und Verschnörkelungen an einigen Fenstern erkennbar. An einem ist sogar eine Inschrift in gotischen Buchstaben teilweise erhalten geblieben. Dort steht geschrieben, wann die Burg erbaut wurde und wie die Bauherren hießen.

Unsere Märchen

Die Glocke

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Unsere Standorte

Das fleißige Lieschen

„Tue Recht, scheue niemand! Richte nicht sofort höre erst des andern Wort!“
Dieser Spruch steht nicht nur über dem Hardegser Rathaus, sondern passt auch wunderbar zu unserem fleißigen Lieschen. Sie ist immer hilfsbereit, ehrlich und brav und ist dafür im ganzen Örtchen bekannt. Sei auch du fleißig und entdecke das Märchen, geschwind, geschwind!

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Das fleißige Lieschen

von Heinrich Braun

Der Vater muss zur Arbeit gehen die Mutter in dem Haushalt stehen.
Ein großer Haushalt bringt auch Lasten
sie kann den ganzen Tag nicht rasten.
Sie muss kochen, backen, braten,
die Wäsche waschen, Kinder baden,
sie muss bügeln, stopfen und flicken
kann kaum mal in die Zeitung blicken.
Von früh bis spät hat sie zu sorgen,
so geht es heute und auch morgen,
vier Kinder hat sie zu betreuen,
zu pflegen und auch zu erfreuen.

Das Lieschen ist das äll’ste Kind,
fleißig, froh und stets geschwind.
Kaum ist die Schule mittags
aus so ist sie stets sehr schnell zu Haus
und hilft der Mutter Dies und Das
sie hilft ihr ohne Unterlaß.
Mal tut sie kehren, mal Kohlen bringen,
die Milch einholen und lustig singen.

Muss Mutter aus dem Hause gehen
tut Lieschen nach, dem Rechten sehen,
wie Stiefel putzen, Teller waschen
und niemals tut sie etwas naschen.

Nein, Lieschen ist sehr brav und richtig,
und niemals macht sie sich mal wichtig.
Ist Lieschens Schularbeit getan
dann kommt auch bald die Freude dran.
Mit Schwestern und den Brüderlein
spielt Lieschen gern und auch sehr fein,
sie lernt sie alle Drei das Spiel,
mit Puppen, Ball und sonst sehr viel.
Und ist das Wetter schön und heiter
dann gibts was anderes, dann gehts weiter,
spazieren nach dem nahen Wald
wobei ein fröhlich Lied erschallt, vorbei an
Wiesen mit Blümelein
die duften und blühen so lieblich und fein.

Hierbei spielt Lieschen Lehrerin,
doch auch im Spiel liegt Wahrheit drin,
es lernen die lieben Geschwister gar viel
teils durch Belehrung und teils im Spiel,
wie Blumen pflücken und Sträußchen binden
und Tannenzapfen im Walde zu finden.Sie sammeln die Zapfen für Muttis Herd
denn zum Kaffee kochen sind sie viel wert,
Mutti spart Holz und Kohlen dazu
und fertig ist das Essen im Nu! 
Auch freut sich Mutti über das Sträußchen,
denn es ziert wohl jedes Häuschen.

Und weil unser Lieschen so fleißig und brav
sie eine große Ehrung traf,
ihr Fleiß war im ganzen Städtchen bekannt
drum ward eine Blume nach ihr benannt.

„,Fleißig Lieschen“ heißt eine Blume nun dort und dann schon bald in jedem Ort.
Ein jeder liebt das Blümlein sehr
das Mädel Lieschen doch noch mehr.

Das „Fleißig Lieschen“ im Bilde ihr seht
wie es an Muttis Fenster steht.
Wie immer das Lieschen die Hände regt
das eine Lieschen, das andere pflegt.

Sei auch so fleißig mein liebes Kind
nicht morgen, nein heute geschwind, geschwind! 

Aufgabe

Jetzt habt ihr in dem Märchen erfahren, wie die Pflanze „Das fleißige Lieschen“ zu Ihren Namen gekommen ist. Aber habt Ihr denn schon mal ein fleißiges Lieschen gesehen?
Auf diesem Bild könnt Ihr die Blüte gut erkennen.Geht mit offenen Augen an den Gärten hier in Hardegsen oder bei euch zu Hause vorbei.
Findet ihr ein fleißiges Lieschen?
Macht für uns ein Foto und schickt es uns zu! Wir freuen uns schon jetzt auf Fotos.

Das Hardegser Rathaus II

Früher war das Rathaus der „Bürgerstolz“ der Gemeinde. Es war die Visitenkarte der Stadt. In diesem Gebäude wurde und wird noch immer die „Politik der Gemeinde“ gemacht. Denn dort arbeiten „die fleißigen Lieschen“, die Mitarbeiter:innen der Stadt sowie der Bürgermeister.
Ein Rathaus braucht einen großen Saal, den Sitzungssaal, in dem sich der Rat, das heißt der Wahlvertreter der Menschen, die in dem jeweiligen Ort wohnen, sich treffen können. Diese Ratsmitglieder:innen entscheiden über die wichtigsten Dinge in der Stadt.
Welche Ämter gibt es im Rathaus? Das Personal- und Hauptamt, das Bauamt oder auch das Standesamt. Wenn beispielsweise jemand heiraten möchte, oder geboren wird, geht man zum Standesamt. Das Beantragen eines neuen Passes erledigst du ebenfalls im Rathaus, genauer im Bürgerbüro.
Das heutige Rathaus ist 1957 zum Rathaus geworden. Vorher hatte hier die Sparkasse ihren Sitz. Unter dem Schriftzug Stadtverwaltung ist das Stadtwappen, ein nach links laufendes zügelloses Pferd, befestigt. Dieses ist mit umgezogen.
Die Inschrift lautet:
„Recte faciendo neminem timeas! Audiatur et altera pars!“
In deutscher Übersetzung heißt sie: „Tue Recht, scheue niemand! Richte nicht sofort höre erst des andern Wort!“
In manchen Städten sind die Politiker:innen und Mitarbeiter:innen in ein neues Gebäude umgezogen. Das alte Gebäude heißt dann vielleicht immer noch „Rathaus“ oder „Altes Rathaus“. Das ist auch in Hardegsen der Fall. Das alte Rathaus ist heute ein Restaurant, der Ratskeller oder auch bekannt unter „Neue Liebe“. Hier findest du unser Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“. Schau doch auch dort einmal vorbei!

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Unsere Standorte

Rotkäppchen

„Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Augen? Damit ich dich besser sehen kann. Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Ohren? Damit ich dich besser hören kann. Großmutter, Großmutter, warum hast du so einen großen Mund? Damit ich den Burger besser essen kann.“

Hätte der Wolf aus Rotkäppchen damals schon gewusst, dass es Köstlichkeiten bei seinem Namensvetter gibt, hätte er diese bestimmt der Großmutter und dem Rotkäppchen bevorzugt.
Der Wolfsburger ist der Klassiker der Speisekarte von Wolfs Burger, der seit 2016 nicht nur die Hardegser mit seinen regionalen Speisen verwöhnt.

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Rotkäppchen

von den Gebrüder Grimm

Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, welches in der Nähe eines Waldes wohnte. Sie hatte keine Angst vor dem Wald, da ihre geliebte Großmutter dort in einem Haus lebte. Die Großmutter liebte ihr Enkelkind sehr und schenkte ihr ein rotes Käppchen aus weichem Samt. Da das Mädchen das Käppchen so sehr mochte, trug sie es jeden Tag und hieß seitdem Rotkäppchen.

Eines Tages sagte die Mutter zum Rotkäppchen: „Die Oma ist krank. Bring ihr doch bitte den Korb mit einem Stück Kuchen und einer Flasche Wein vorbei, damit es ihr bald besser geht. Bleib schön auf dem Weg und sprich nicht mit Fremden.“ Rotkäppchen freute sich und versprach der Mutter, sich zu beeilen.

Rotkäppchen lief mit dem Korb in der Hand in den Wald in Richtung des Hauses von der Oma. Als Rotkäppchen in den Wald kam, traf sie auf den Wolf. Da Rotkäppchen nicht wusste, was es für ein böses Tier war, fürchtete sie sich nicht. „Guten Tag, Rotkäppchen“, sagte der Wolf. „Wo willst du denn so alleine hin?“ „Zur Oma, denn sie ist krank. Ich möchte ihr mit dem frischgebackenen Kuchen und dem Wein eine Freude bereiten.“, antwortete Rotkäppchen. „Rotkäppchen, wo wohnt deine Oma?“ „Noch eine gute Viertelstunde weiter in den Wald hinein, unter den drei großen Eichenbäumen, da steht ihr Haus, unten sind die Nusshecken, das wirst du bestimmt kennen“, sagte das Rotkäppchen. Der Wolf dachte kurz nach: „Dieses junge zarte Mädchen ist ein leckerer Bissen, aber satt werde ich davon nicht. Ich muss es listig angehen, damit ich mir beide schnappen kann.“ Der Wolf begleitete Rotkäppchen ein Weilchen. Dann sagte er zu ihr: „Siehst du die schönen Blumen dort hinten im Wald stehen? Hörst du die Vöglein so freudig singen? Du gehst hier durch den Wald, als würdest du schnell zur Schule müssen.“ Rotkäppchen schaute sich genauer um. Erst jetzt erkannte sie, dass die Sonnenstrahlen durch die Bäume hin und her tanzten und alles voller schönen Blumen stand. Sie dachte, dass sich die Oma sicherlich über einen schönen duftenden Blumenstrauß freuen würde. Da ging sie vom Weg ab und fing an, die schönsten Blumen zu pflücken. Sie achtete nicht mehr auf den Wolf. Dieser ging geradewegs zu dem Haus der Oma und klopfte an die Tür. „Wer ist da?“ , fragte die Oma. „Ich bin es, dein Rotkäppchen. Ich bringe dir Kuchen und Wein. Mach mir doch bitte die Tür auf“. „Die Tür ist offen“, rief die Oma. „Komm nur herein.“ Der Wolf drückte die Klinke hinunter und ging ohne ein Wort zu sprechen direkt auf das Bett der Oma zu und verschluckte sie in einem Stück. Dann zog er ihre Kleider an, setzte ihre Schlafmütze auf, legte sich in ihr Bett und zog sich die Decke hoch ins Gesicht.

Rotkäppchen hatte in der Zwischenzeit einen so dicken Blumenstrauß gepflückt, dass sie keine weitere Blume mehr tragen konnte. Da fiel ihr wieder ihre Oma ein und machte sich schnell auf den Weg zu ihr. Als Rotkäppchen am Haus der Oma ankam, wunderte sie sich, dass die Tür offen stand. Sie ging in das Haus hinein. Irgendetwas ist anders als sonst, dachte sie. „Hallo Oma“, rief sie, bekam aber keine Antwort. Daraufhin ging das Mädchen ins Schlafzimmer der Oma. Da lag die Oma im Bett und hatte die Decke hoch ins Gesicht gezogen. „Oma, was hast du für große Ohren?“ fragte Rotkäppchen. „Damit ich dich besser hören kann!“ „Oma, was hast du für große Augen?“ „Damit ich dich besser sehen kann!“ „Oma, was hast du für große Hände?“ „Damit ich dich besser packen kann!“ „Aber Oma, was hast du für einen entsetzlich großen Mund?“ „Damit ich dich besser fressen kann!“ Kaum hatte der Wolf das gesagt, da sprang er in einem Satz aus dem Bett und verschlang das arme Rotkäppchen mit einem Bissen. Danach legte er sich zurück ins Bett der Oma, schlief ein und fing laut an zu schnarchen.

Der Jäger kam am Haus vorbei und dachte sich, dass die Oma ganz schön laut schnarchte und fand dieses komisch. Er ging in das Haus und wollte nachsehen, ob alles in Ordnung war. Als er vor dem Bett der Oma stand, sah er, dass der Wolf darin lag. „Hab ich dich endlich gefunden, du alter Wolf!“ dachte sich der Jäger. Er wollte gerade sein Gewehr anlegen, da fragte er sich, ob der Wolf vielleicht die Oma gefressen haben könnte. Vielleicht konnte er sie ja noch zu retten? Also entschloss sich der Jäger, nicht auf den Wolf zu schießen, sondern ihm mit einer Schere den Bauch aufzuschneiden. Als er ein paar Schnitte gemacht hatte, sprang ihm das Rotkäppchen in die Arme, und kurz danach erblickte der Jäger auch die Oma und half ihr dabei, aus dem Bauch des Wolfes zu klettern. Rotkäppchen lief schnell nach draußen und sammelte große Steine, damit sie den Bauch des Wolfes wieder füllen konnten. Der Jäger nähte den Bauch in Windeseile zu. Als der Wolf aufwachte, wollte er fortspringen, aber die Steine waren so schwer, dass er gleich zu Boden stürzte und tot umfiel.

Rotkäppchen, der Jäger und die Oma aber waren glücklich und aßen gemeinsam den Kuchen und tranken den Wein. Die Oma wurde wieder gesund und lebte noch viele Jahre in ihrem Haus im Wald. Das Rotkäppchen besuchte ihre Oma noch viele Male, doch ging sie nie wieder vom Weg ab.

Eines Tages, als Rotkäppchen wieder frisch gebackenen Kuchen zur Oma bringen wollte, sprach sie wieder ein Wolf im Wald an. Rotkäppchen hütete sich aber und ging schnell am Wolf vorbei und lief zum Haus der Oma. „Oma, ich hab` einen Wolf getroffen, auch dieser hat mir einen schönen Tag gewünscht, aber er hat so bös` aus den Augen geschaut, da hab` ich Angst bekommen und bin schnell zu dir gelaufen“. Die Oma ging zur Tür und verschloss diese schnell, damit der Wolf nicht ins Haus kommen konnte. Kurze Zeit später klopfte der Wolf an die Tür der Oma und rief: „Mach auf, Oma, ich bin es, das Rotkäppchen“. Der Wolf bekam keine Antwort. Es war mucksmäuschenstill. Da schlich sich der Wolf einige Male um das Haus herum. Als er kein offenes Fenster entdecken konnte, sprang er auf das Dach und wollte dort warten, bis das Rotkäppchen am Abend nach Hause gehen musste. Dann wollte er dem Rotkäppchen nachschleichen und es im dunklen Wald auffressen. Die Oma aber war schlauer. Vor dem Haus stand ein großer Futtertrog für die Waldtiere. Sie sagte zum Rotkäppchen: „Nimm den Eimer und mach diesen mit dem Würstchenwasser voll. Schütte das Wasser in den Trog und komm schnell zurück in das Haus“. Rotkäppchen gehorchte. Als der Wolf den Geruch von Würstchen in die Nase stieg, schnupperte er und guckte hinab. Endlich machte er den Hals so lang, dass er sich nicht mehr halten konnte und zu rutschen anfing. So rutschte er vom Dach direkt in den Trog hinein und ertrank.

Seit diesem Tag hatte man keinen Wolf mehr in den Wäldern gesehen und das Rotkäppchen konnte fröhlich und ohne Angst die Oma besuchen gehen.

Aufgabe

Rotkäppchen bringt der Oma Kuchen, Wein und Blumen mit. Womit kannst du deiner Oma demnächst eine Freude bereiten?

Wenn es dem Rotkäppchen beim Wolf schmeckt...

INTERVIEW MIT EINEM WOLF

Rotkäppchen: Wolf, warum treibst du dein Unwesen in Hardegsen?

WOLF: Als ich vor vielen Jahren eine neue Höhle für mich gesucht habe, streifte ich durch den Hardegser Stadtcenter. Hier stand eine der Höhlen leer.

So bin ich eingezogen und habe mir mein neues Heim zum Fressen schön gemacht. Mein neues Domizil war lange verlassen und so musste ich es erst aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Rotkäppchen: Ich habe gehört, dass bei dir auch andere Hungrige zum Essen einkehren können. Gibt es bei Dir Rotkäppchen und Großmutter auf der Speisekarte?

WOLF: Nein, diese Leckerbissen lasse ich mir nur selbst schmecken. Für meine Gäste gibt es leckere Burger, Steaks, Schnitzel, Hühnchen-Nuggets und natürlich Pommes. Außerdem probiere ich immer wieder neue Rezepte aus. Dann kommt zum Beispiel der Wolfrahm, Chili con Carne oder Spargel auf den Tisch.

Rotkäppchen: Hast du auch ein Spezialgericht?

WOLF: Das sind natürlich Du und die Großmutter. Aber weil das nicht jedermanns Sache ist, habe ich für meine Gäste immer wieder Besonderes auf der Tageskarte: saftigen Braten, selbstgezupftes Pulled Pork, Spare Ribs, meine Lasagne oder das Tomahawk Steak. Von Zeit zu Zeit gibt es auch ein echtes „Rib Eye“.

Rotkäppchen: Und wer kein Fleisch mag?

WOLF: Der findet natürlich auch etwas auf meiner Karte, denn auch an Veggie-Fans habe ich gedacht. Neben den leckeren Bowls mit Salat, Früchten und Mie-Nudeln gibt es auch Veggie-Burger und die ein oder andere weitere Kleinigkeit.

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Sterntaler

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Rapunzel

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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Hase und Igel

„Ich bin schon da“. Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die...

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Froschkönig

Der Eselsbrunnen ist bis heute unter den Hardegsern gut bekannt. Man kann seit einiger Zeit...

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Frau Holle

„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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Unsere Standorte

Rapunzel

Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“

Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“ bezeichnet werden. Ganz in der Nähe von Hardegsen zum Beispiel die Trendelburg in Hessen. Dieser Turm ist 40 Metern hoch, hat über 130 Stufen und sieben Meter dicke Wände. Hier kann unser Wachturm nicht mithalten, hat er doch lediglich 25 Stufen und ist acht Meter hoch, aber auch hier lässt Rapunzel das ein oder andere Mal ihren Zopf aus dem Fenster herunter und man kann die Aussicht über Hardegsen genießen.

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Rapunzel

von den Gebrüder Grimm

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon so lange vergeblich ein Kind. Doch endlich war die Frau schwanger.
Eines Tages sah sie aus dem Fenster und entdeckte im Garten einer Zauberin frische grüne Rapunzeln.

Sie bekam großes Verlangen nach denen, dass sie bald ganz blass und elend aussah.
„Ach“, seufzte die Frau, „wenn ich keine Rapunzeln aus diesem Garten zu essen bekomme, dann sterbe ich.“ Der Mann, der sie liebhatte, nahm all seinen Mut zusammen und schlich in der Abenddämmerung in den Garten.

Eilig erntete er eine Handvoll Rapunzeln und brachte sie seiner Frau, die sie sogleich aß. Sie hatten ihr aber so gut geschmeckt, dass sie am nächsten Tag dreimal so viel Appetit bekam. Also schlich der Mann wieder in den Garten. Doch dieses Mal sah er die Zauberin vor sich stehen.
„Wie kannst du es wagen, mich zu bestehlen?“, rief sie zornig.
„Das soll dir schlecht bekommen!“ Der Mann flehte um Gnade und gestand, warum er die Rapunzeln genommen hatte. Da sprach die Zauberin: „Nimm Rapunzeln, so viel du willst, doch du musst mir das Kind geben, das deine Frau zur Welt bringen wird. Es soll ihm bei mir gut gehen.“

In seiner Angst willigte der Mann ein. Als seine Frau bald darauf das Kind gebar, erschien die Zauberin, gab ihm den Namen Rapunzel und nahm es mit sich fort.

Rapunzel wurde das schönste Mädchen unter der Sonne. Als es zwölf Jahre alt war, schloss es die Zauberin in einen Turm im Wald ein, der weder Treppe noch Tür hatte. Nur ganz oben war ein kleines Fenster.

Wenn die Zauberin hereinwollte, rief sie: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“
Rapunzel hatte lange prächtige Haare, die sie um einen Fensterhaken wickelte und der Zauberin hinabwarf. Die stieg daran herauf. Nach ein paar Jahren ritt ein Prinz durch den Wald und kam an dem Turm vorüber. Da hörte er ein Gesang, der war so lieblich, dass er anhielt und lauschte. Das war Rapunzel, die sich in ihrer Einsamkeit die Zeit vertrieb. Der Prinz wollte zu ihr hinaufsteigen, aber es war keine Tür zu finden. Er ritt heim, doch der Gesang hatte ihn so verzaubert, dass er nun jeden Tag in den Wald kam. Eines Tages beobachtete er, wie die Zauberin ihren Spruch rief und hinaufkletterte. Am Abend stellte er sich selbst vor den Turm und rief: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“

Alsbald fielen die Haare herab und der Prinz stieg hinauf. Rapunzel erschrak gewaltig, als ein fremder Mann zu ihr hereinkam, doch der junge Königssohn war freundlich und erzählte ihr, wie sehr ihm ihr Gesang gefallen habe, so dass er sie selbst habe sehen müssen. Da verlor Rapunzel ihre Angst und als er sie fragte, ob sie mit ihm gehen möchte, sprach sie: „Ich will gern mit dir gehen, doch ich kann nicht hinab. So bring jedes Mal ein Strang Seide mit, daraus will ich eine Leiter für mich flechten.“
Der Königssohn kam nun jeden Abend und die Zauberin merkte nichts. Bis sich Rapunzel einmal verplapperte und den Königssohn erwähnte. Da wurde die Zauberin furchtbar böse, schnitt Rapunzels schöne Haare ab und brachte das Mädchen fort in eine Einöde, wo es von nun an elendig leben musste. Den abgeschrittenen Zopf knotete die Zauberin am Fensterhaken fest. Als der Königssohn am Abend kam, kletterte er arglos hinauf. Oben erschrak er: Die Zauberin erwartete ihn und rief höhnisch: „Rapunzel findest du hier nicht länger!“, bevor sie den Prinzen vom Turm stieß. Er fiel in einen Dornbusch, der ihm die Augen zerkratzte. Blind und verzweifelt irrte er nun durch das Land, bis er eines Tages den lieblichen Gesang einer vertrauten Stimme vernahm. Er hatte Rapunzel gefunden!

Weinend umarmten sie sich und Rapunzels Tränen benetzten seine Augen. Da wurden sie wieder klar und er konnte sehen wie zuvor. Zusammen gingen sie auf des Prinzen Schloss, wo sie noch lange glücklich lebten.

Der Rapunzelturm beim Tag des Denkmals 2022

Der Wachturm öffnete seine Tore im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 11. September 2022. Auch hier hat Rapunzel wieder ihre Haare herunter gelassen. Die Besucher konnten zwar nicht den Zopf hinauf klettern, aber den Berg hinauf und hinunter.

Aufgabe

Bastle doch mit deiner Familie deinen eigenen Rapunzelturm. Zum Beispiel aus Klopapierrollen und einem geflochtenen Zopf.

Eine Anleitung findest du hier. ​

Wenn aus einem Wachturm ein Rapunzelturm wird.

Als es noch viele Ritter gab, wurden in Hardegsen eine Burg und eine große Stadtmauer gebaut. Damit Reisende in die Stadt hinein und die Einwohner aus der Stadt herauskamen, gab es zwei Türme mit großen Toren.

Insgesamt hatte die Stadtmauer acht Türme, damit die Ritter in alle Richtungen gut Ausschau halten konnten. Einer dieser Wachtürme ist heute noch zu sehen. Er steht in der Nähe der Mühle, wo noch immer ein kleiner Bach fließt. Links und rechts vom Turm gibt es noch einen Teil der Stadtmauer, die um die Stadt gebaut wurde. Früher war die Mauer 800 Meter lang, sechs Meter hoch und mehr als einen Meter breit.
Von dem heute noch erhaltenen Wachturm beobachteten die Ritter früher das Land rund um ihre Burg und hielten nach Feinden Ausschau. Das ging sehr gut, denn der Turm ist 11 Meter hoch. Um in das Turmzimmer zu kommen, muss man 25 Stufen gehen. Von hier oben hat man aus den vier Fenstern einen weiten Blick auf die Stadt. Außerdem ist durch eines der Fenster eine andere Burg zu sehen, nämlich die Burg Plesse. Als es die Ritter irgendwann nicht mehr gab, haben in den Wachtürmen oft Leute gewohnt oder gearbeitet.

Wer heute den Turm hinaufsteigt, kann sich im Turmzimmer einen ganz besonderen Stempelabdruck mitnehmen. Denn dort liegt ein Stempel, der das Bild des Wachturmes zeigt.

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Dornröschen

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Rotkäppchen

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Hase und Igel

„Ich bin schon da“. Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die...

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Unsere Standorte

Hase und Igel

Ich bin schon da“.

Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die auch während des 2. Weltkrieges die Schulbank drücken mussten, stehen die Figuren Hase und Igel. Ende der 50er Jahre entwarf Bildhauer Geseke aus der Stecklersbeeke diese Figuren, um diese an die Stadt zu verkaufen.

Der gewählte Ort passt auch, denn der Hase und der Igel zeigen auf, dass Menschen nach Leistungsvergleichen streben, besonders in der Schule. Allerdings können Frust oder Rache dazu führen, dass Vergleiche dieser Art gefährlich werden.

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Der Hase und Igel​

von den Gebrüder Grimm

Es war einmal an einem schönen Sonntagmorgen in der Herbstzeit, als der Igel vor seiner Türe stand. Vergnügt trällerte er ein Liedchen vor sich hin, so gut und so schlecht, wie ein Igel es vermag. Da fiel ihm auf einmal ein, er könnte wohl, während seine Frau die Kinder anzog, ein bisschen im Feld spazieren gehen und dabei nach seinen Steckrüben sehen. Gesagt, getan. Er war noch nicht sehr weit gekommen, als ihm der Hase begegnete, der seinerseits nach dem Kohl auf dem Feld sehen wollte.

Als der Igel den Hasen erblickte, wünschte er ihm freundlich einen Guten Morgen. Der Hase aber hielt sich für besonders fein und vornehm. So erwiderte er des Igels Gruß nicht, sondern fragte hochmütig: „Wie kommt es denn, dass du schon so früh am Morgen im Feld herumläufst?“ „Ich gehe spazieren“, antwortete der Igel. „Spazieren?“, lachte der Hase. „Kannst du das mit deinen Beinen überhaupt?“ Diese Antwort ärgerte den Igel über alle Maßen, denn auf seine Beine ließ er nichts kommen, gerade weil sie von Natur her krumm waren. „Du bildest dir wohl ein“, antwortete der Igel, „dass du mit deinen Beinen mehr ausrichten kannst? Nun, das käme auf einen Versuch an. Bei einem Wettlauf würde ich glatt an dir vorbeilaufen.“

„Das ist zum Lachen, du mit deinen schiefen Beinen!“ sagte der Hase. „Aber meinetwegen, wenn du so übergroße Lust hast. Die Wette gilt! Lass uns gleich beginnen.“ „Nein, ich will mich nur noch schnell zu Hause stärken“, meinte der Igel. „In einer halben Stunde treffen wir uns wieder hier.“ Der Hase war zufrieden. Der Igel aber wollte dem Hasen zeigen, was für ein dummer Kerl der war, lief nach Hause und rief seiner Frau zu: „Ich will mit dem Hasen im Feld um die Wette laufen und du sollst dabei sein.“ Die Frau war ganz erschrocken, doch ging sie mit. Unterwegs erklärte ihr der Igel: „Auf dem langen Acker dort wollen wir unseren Wettlauf machen. Der Hase läuft in der einen Furche, ich in der anderen, dort hinten ist der Start. Du aber stellst dich an dieses Ende der Furche, und wenn der Hase hier ankommt, so rufst du ihm entgegen: Ich bin all hier!“ Der Igel wies seiner Frau ihren Platz an und ging den Acker hinauf. Der Hase wartete schon. Nun stellte sich jeder in seine Furche. Der Hase zählte: „Eins, zwei, drei!“ und los ging er wie ein Sturmwind den Acker hinunter. Der Igel lief nur drei Schritte, dann duckte er sich in die Furche und blieb sitzen. Als nun der Hase im vollen Laufe unten ankam, rief ihm des Igels Frau entgegen: „Ich bin all hier!“ Der Hase stutzte und wunderte sich nicht wenig.

Er dachte natürlich, der Igel selbst würde ihm das zurufen, denn bekanntlich sieht Frau Igel geradeso aus wie ihr Mann. Der Hase aber meinte: „Das geht nicht mit rechten Dingen zu! Noch einmal gelaufen, wieder herum!“ Und fort ging es wieder wie der Sturmwind, sodass ihm die Ohren am Kopfe flogen. Des Igels Frau aber blieb ruhig an ihrem Platze, und als nun der Hase oben ankam, rief ihm der Igel entgegen: „Ich bin all hier!“ Der Hase aber, ganz außer sich vor Eifer, rief: „Noch einmal gelaufen, wieder herum!“ So lief der Hase dreiundsiebzig Mal und jedes Mal, wenn er ankam, rief der Igel oder seine Frau: „Ich bin all hier!“ Beim vierundsiebzigsten Mal aber brach der Hase mitten auf dem Acker zusammen. So gewann der Igel gegen den hochmütigen Hasen und seit jenen Tagen hat es sich kein Hase mehr einfallen lassen, gegen einen Igel um die Wette zu laufen.

Aufgabe

Such dir einen Partner mit dem du auch ein Wettrennen machen kannst. Einer ist der Hase, der andere der Igel. Na, wer gewinnt?

Wenn du ein Hardegser bist…

… dann hast du am Tag deiner Einschulung ein Erinnerungsfoto zwischen „Hase und Igel“ gemacht. An dieses Foto kann sich bestimmt jeder Hardegser Schüler erinnern und hat bis heute Tradition.

Die beiden Tiere aus dem Grimmschen Märchen stehen seit über 60 Jahren in der Schulstraße, beim alten Schulgebäude und jetzigen Sitz der Poco Zentrale. Der ein oder andere Lausbub hat bestimmt schon mal versucht, dem Hasen die Löffel langzuziehen- vergeblich. Vielleicht wurden eher ihm die Ohren vom Lehrer langgezogen. Bildhauer Geseke aus der Stecklersbeeke hat die beiden Figuren Ende der 50er Jahren notgedrungen der Stadt Hardegsen geschenkt. Eigentlich wollte er sie der Stadt verkaufen, doch die Stadt hatte kein Geld und somit musste er sie verschenken. 1913 wurden die ersten Kinder in diesem Schulgebäude eingeschult und diese konnten dort von der ersten bis zur achten Klasse die Schulbank drücken. „In den Kriegsjahren mussten wir sogar Holz mitbringen, damit wir nicht im kalten Sitzen mussten. Auch haben die Lehrer häufig gewechselt,“ erinnert sich ein Schulmädchen von früher. Seit 1986 dient die Hardegser Schule der „Poco Einrichtungsmärkte GmbH“ als Zentralsitz mit mehreren Erweiterungsbauten.

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Sterntaler

„Verschenkt Gold zu Weihnachten oder besonderen Anlässen.“ Diese Idee findet man auf der Homepage der...

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Rotkäppchen

„Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Augen? Damit ich dich besser sehen kann. Großmutter,...

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Rapunzel

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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Froschkönig

Der Eselsbrunnen ist bis heute unter den Hardegsern gut bekannt. Man kann seit einiger Zeit...

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Frau Holle

„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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Unsere Standorte

Froschkönig

Der Eselsbrunnen ist bis heute unter den Hardegsern gut bekannt.
Man kann seit einiger Zeit wieder sehr gemütlich am Lindenplatz verweilen und vielleicht auch wie die Prinzessin am Rand des Brunnens sitzen und auf den Froschkönig oder ein paar Esel warten, die früher hier täglich lang marschiert sind.

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Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

von den Gebrüder Grimm

Vor langer Zeit lebte ein König mit seinen Töchtern in einem Schloss am Waldesrand. Die jüngste Tochter des Königs war die schönste unter der Sonne.

An warmen Sommertagen ging sie gern zu dem Brunnen im dunklen Wald unter der alten Linde. Dort setzte sie sich auf den Brunnenrand und vertrieb sich die Langeweile mit ihrer goldenen Kugel. Diese warf sie in die Höhe und fing sie immer wieder auf. Das war ihr liebstes Spiel.

Eines Tages aber gelang es der Königstochter nicht, die Kugel mit ihren ausgestreckten Händen zu fangen und so fiel die goldene Kugel in den tiefen, tiefen Brunnen hinein. Sie versuchte noch vergeblich, sie aufzufangen. Da fing sie an zu weinen. Erst ganz leise kullerten die Tränen über die Wangen, später wurde das Weinen immer lauter und herzzerreißender. Auf einmal sagte eine Stimme zu ihr: „Was ist mit dir, Königstochter?“ Sie sah sich um und entdeckte erst niemanden. Doch dann steckte ein Frosch seinen Kopf aus dem Wasser heraus. „Ach, du bist´s, alter Wasserpatscher,“ sagte sie. „Ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist“. „Ich kann dir helfen und dein Spielwerk hochholen, doch was bekomme ich dafür?“, fragte der Frosch die Königstochter. Diese antwortete: „Was du haben möchtest: Meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine. Ja, sogar meine goldene Krone gebe ich dir.“ Der Frosch entgegnete ihr: „Deine Perlen und Edelsteine, deine Krone und deine Kleider interessieren mich nicht. Mit denen kann ein Frosch nichts anfangen. Wenn du mich aber liebhaben wirst und ich dein Geselle und Spielkamerad sein darf, mit dir am Tisch sitzen und von deinem goldenen Teller essen darf, aus deinem Becher trinken und in deinem Bettlein schlafen kann, wenn du mir das versprichst, so will ich hinuntersteigen und dir die goldene Kugel wieder heraufholen.“ Das versprach die Königstochter. Doch im Stillen dachte sie: „Was der Frosch sich nur denkt. Er wird nie in meinem Bettlein schlafen dürfen. Ein Frosch hat bei Seinesgleichen im Wasser zu sitzen und zu quaken und kann kein Geselle für mich sein.“

Der Frosch vertraute auf das Wort der Königstochter und tauchte in den tiefen, dunklen Brunnen hinein. Nach kurzer Zeit kam er mit der schönen goldenen Kugel wieder zum Vorschein. Die Königstocher freute sich, nahm die Kugel entgegen und lief zum Schloss zurück. Der Frosch quakte und quakte immer lauter, doch die Königstochter drehte sich nicht einmal um und hatte bald den Frosch vergessen.

Am Tag darauf, als der König seine Hofleute zu sich an die lange Tafel gebeten hat und alle von goldenen Tellern aßen, da kam pitsch patsch, pitsch patsch, etwas die Marmortreppe heraufgehüpft. Als es vor der schweren Tür angekommen war, klopfte es und rief: „Königstochter, Jüngste, mach mir auf!“ Diese war neugierig und lief zu Tür, um diese zu öffnen. Doch was sie vorfand, gefiel ihr gar nicht. Der Frosch aus dem Brunnen saß vor ihr. Sie erschrak, warf die Tür zu und lief schnell zu ihrem Platz zurück. Der König sah, dass seiner Tochter vor etwas angst und bange war und fragte:
„Mein Kind, was fürchtest du dich, steht ein Riese vor der Tür und will dich holen?“. „Ach nein, es ist kein Riese, sondern ein nasser, hässlicher Frosch.“ „Was will der Frosch von dir?“ wollte der König gern wissen. Die Tochter atmete schwer und antwortete: „Ach Vater, als ich gestern bei dem Brunnen saß und spielte, da fiel meine goldene Kugel in den Brunnen. Ich weinte bitterlich, da kam der Frosch und tauchte hinunter und holte die Kugel für mich zurück ans Tageslicht. Dafür versprach ich ihm, dass er mein Geselle sein darf. Ich ahnte nicht, dass der Frosch je aus seinem Wasser kommen würde, doch nun steht er vor der Tür und möchte zu mir herein.“ Kaum hatte die jüngste Königstochter ausgesprochen, da klopfte es erneut an die Tür und der Frosch rief: „Königstochter, Jüngste, mach mir auf! Weißt du nicht, was du mir gestern am Brunnen versprochen hast?“

Der König zeigte kein Mitleid mit seiner Tochter: „Was du versprichst, das musst du auch halten. Geh, öffne dem Frosch die Tür und bitte ihn herein.“ Sie gehorchte und ging zu Tür. Der Frosch hüpfte fröhlich herein und blieb der Königstochter nah bei Fuß, bis zu ihrem Stuhl.
Er befahl ihr: „Heb mich herauf zu dir!“ Die Königstochter schüttelte sich vor Grauen und tat es erst, als der König es ihr ebenfalls befahl. „Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen essen.“ Das tat sie, aber der Ekel stand ihr ins Gesicht geschrieben. Dem Frosch hingegen schmeckte es vorzüglich. Als sein Bäuchlein kugelrund gegessen war, sprach er erneut: „Ich habe mich satt gegessen und bin müde, nun trag mich in dein Kämmerlein und mach dein seidenes Bettlein zurecht, dann wollen wir uns schlafen legen.“ Die Königstochter fing an zu weinen, sie fürchtete sich auch davor, den kalten und feuchten Frosch anzufassen, geschweige denn neben ihm zu ruhen. Der König wurde zornig: „Wer dir geholfen hat, als du in der Not warst, den sollst du hernach nicht verachten.“ Ihr blieb nichts anderes übrig, als den Frosch zu nehmen und ihn mit in ihr Kämmerlein zu nehmen. Sie setzte ihn in eine Ecke und ging selbst zu Bett. Da kam der Frosch angekrochen und sprach: „Ich bin auch müde, ich will schlafen so gut wie du. Heb mich herauf oder ich sag´s deinem Vater, dem König!“ Das war zu viel für die junge Königstochter. Sie nahm den Frosch und warf ihn mit aller Kraft gegen die Wand. „Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch!“, rief sie.

Doch als dieser herabfiel, war es kein Frosch mehr, sondern ein Königssohn mit schönen und lieblichen Augen. Er erzählte ihr, dass ihn eine böse Hexe verzaubert hatte und niemand als die Königstochter allein hätte ihn aus dem Brunnen erlösen können. Am nächsten Morgen wollten sie gemeinsam in sein Königreich gehen. So schliefen sie ein. Am anderen Morgen, als die Sonne sie weckte, kam eine Kutsche vorgefahren. Sie war mit acht weißen Pferden bespannt, die Pferde hatten weiße Straußenfedern auf dem Kopf und gingen in goldenen Ketten. Hintendrauf stand der Diener des jungen Königs, es war der treue Heinrich. Heinrich war so traurig geworden, als der junge König zum Frosch verwandelt wurde, dass er drei eiserne Bande um sein Herz hatte legen lassen, damit dieses nicht vor Zorn und Traurigkeit zerbärste. Die Kutsche hielt vor dem Schlosstor und der gute Heinrich sprang hinunter. Er hielt die Türen auf und half dem jungen Königspärchen hinein. Er selbst stellte sich wieder hinten hinauf und war voller Freude über die Erlösung seines Königs.

Als sie ein Stück gefahren waren, hörte der junge König es hinter sich krachen, als wäre etwas zerbrochen. Er drehte sich um und rief: „Heinrich, der Wagen bricht!“ „Nein, Herr, der Wagen nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen, als ihr in dem Brunnen saßt, als ihr eine Fretsche (Frosch) wast (wart).“ Zwei weitere Male krachte es auf dem Wagen. Doch nun wusste auch der junge König, dass es nicht der Wagen war, der auseinander brach, sondern nur die Bande, die vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr erlöst und glücklich war.

Aufgabe

Bastle doch mal einen Froschkönig aus Origami.

Wenn aus einer Stadt eine "Eselstadt" wird

Schon zu Zeiten, als noch Könige und Kaiser herrschten, wurde Hardegsen von den Menschen „Eselstadt“ genannt. Denn viele Einwohner hatten einen Esel bei sich zu Hause.

Die Tiere halfen den Menschen dabei, die Felder an den Hängen der Berge rund um die Stadt zu bearbeiten. So zogen die Esel zum Beispiel den Pflug, trugen Dünger auf die Felder und brachten die Ernte von den Bergen in die Häuser. Dadurch hatten die Menschen und die Esel selbst meistens genug zum Essen.

Irgendwann entdeckten die Eselhalter, dass sie mit ihren Tieren auch Geld verdienen konnten. So brachten sie mit ihren Eseln feinen, weißen Sand aus den Sollingsandgruben nach Göttingen oder Northeim. Die Menschen in den Städten verstreuten den Sand auf den Holzböden in ihren Häusern. Damit die Esel den Sand gut tragen konnten, bekamen sie ein besonderes Traggestell auf den Rücken geschnallt. Und auch im Krieg mussten die Esel mithelfen. Dabei trugen sie Waffen und Essen für die Soldaten.

Eigentlich sollten die Esel am Tag auf den Weiden stehen, genau wie die Kühe. Da sie aber am Tag arbeiten mussten, ging das nicht. Deshalb ließen die Eselbesitzer ihre Tiere nachts auf einer Wiese in der Stadt stehen – dem sogenannten „Anger“. Hier fraßen die Esel und richteten oft Schaden an. Das gefiel den anderen Menschen in Hardegsen nicht und sie verpetzten die Eselhalter. Deshalb kam zu dieser Zeit sehr oft die „Eselpolizei“. Denn der Nachtwächter ging herum und prüfte, ob alle Esel in der Nacht in ihrem Stall standen.

Wie es zu dem Brunnen kam?

Vor ungefähr 100 Jahren ließ der Hardegser Bürgermeister auf dem Lindenplatz einen Brunnen bauen. Dieser hatte ein Becken und in seiner Mitte einen großen Stein mit dem Stadtwappen von Hardegsen. Dieser Brunnen wurde von den Hardegser Bürgern sehr viel genutzt. Und weil Hardegsen für seine Esel bekannt war, ließen die Hardegser zum 600. Geburtstag ihrer Stadt auf der Brunnensäule einen Esel mit einem Sandfuhrmann aufstellen. Seitdem hat der Eselsbrunnen einen eigenen Esel.

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Sterntaler

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Rotkäppchen

„Großmutter, Großmutter, warum hast du so große Augen? Damit ich dich besser sehen kann. Großmutter,...

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Rapunzel

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Es gibt viele Türme, die in Deutschland als „Rapunzelturm“...

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Hase und Igel

„Ich bin schon da“. Am Standort der alten Schule, wo früher die Hardegser Kinder, die...

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Frau Holle

„Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass...

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