Das hässliche Entlein

„Anders sein – manchmal ganz schön schwer und traurig“
In dem Märchen „Das hässliche Entlein“ von dem dänischen Autor Hans Christian Andersen geht es um einen Aussetzigen. Es ist gar nicht so leicht, anders zu sein. Das arme kleine Entlein ähnelt so gar nicht den flauschigen gelben Küken. Ausgegrenzt und traurig versteckt es sich, bis es nach einem Jahr merkt, dass es zu einem wunderschönen ??? herangewachsen ist.

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Das hässliche Entlein

von Hans Christian Andersen

Es war einmal eine Entenmutter, die lebte auf einem Bauernhof. Es war Sommer und sie wartete darauf, dass bald ihre sieben Küken schlüpfen würden. Als es soweit war, schlüpften sechs wunderschöne flauschige, gelbe Küken.

Das siebte Ei war viel größer als alle anderen und rührte sich nicht. Erst ein paar Tage später schlüpfte ein graues, hässliches Entlein aus dem Ei. Die Entenmutter hatte das graue Küken trotzdem lieb, aber sie machte sich Sorgen. Das graue Entlein war ein sehr tollpatschiges Entlein. Keines der anderen wollte mit ihm spielen.

Eines Tages fasste das Entlein den Entschluss, wegzulaufen. Während alle anderen Tiere schliefen, machte es sich auf den Weg. Auf der Reise begegneten dem Entlein viele andere Tiere. Niemand konnte ihm jedoch sagen, warum es so hässlich war. Einmal kam es zu einer Bäuerin. Diese dachte das Entlein wäre eine Gans und sperrte es in einen Käfig. Die Bäuerin wollte, dass das Entlein Gänseeier legte. Weil das Entlein aber keine Gans war, ging das nicht. Das Entlein hatte Angst als Gänsebraten zu enden. Eines Nachts, als die Bäuerin nicht aufpasste, lief sie wieder weg.

Bald fand das kleine Entlein einen wunderschönen See. Es versteckte sich im Schilf und blieb dort. Doch nach einiger Zeit kam der Winter und es wurde immer schwieriger, Nahrung zu finden. Das Entlein war sehr schwach und verließ sein Versteck. Da fand ein Bauer das kleine Tier und nahm es mit. Seine Kinder pflegten das hässliche Entlein und so überlebte es den Winter. Im Frühling war das Entlein sehr groß geworden und der Bauer brachte es zurück an den Schilfsee.

Hier konnte das Entlein sein Spiegelbild sehen. Es erschrak sich, denn es war gar nicht mehr hässlich. Ganz im Gegenteil, dass Entlein war zu einem wunderschönen Schwan geworden. Auch alle anderen Schwäne, die an den See zurückkehrten, freuten sich über ihn. Ab diesem Tag gab es kein hässliches Entlein mehr, sondern nur einen wunderbaren Schwan, der sich niemals mehr einsam fühlte!






 

Aufgabe

Jetzt habt ihr in dem Märchen erfahren, wie sich das „hässliche Entlein“ oder eher gesagt der Schwan,  gefühlt hat. Bist du schon mal einem Schwan begegnet? Welche Gedanken oder Gefühle hattest du? Geht mit offenen Augen an den Parks und den Seen, auch hier in Hardegsen vorbei.
Findet ihr einen Schwan, ein hässliches Entlein?
Macht für uns ein Foto und schickt es uns zu! Wir freuen uns schon jetzt auf Fotos.

Der Kurpark

Ein Kurpark in Hardegsen? Sind wir denn eine Kurstadt?
Nein, leider nicht mehr, aber Hardegsen war von 1973 bis 2010 staatlich anerkannter Erholungs- und Luftkurort. Das nahm die Stadt zu Beginn zum Anlass, im Dezember 1972 vom Land Niedersachsen den 32.000 m² großen Komplex der Burg Hardeg mit den sie umgebenden Ländereien aus dem Bestand der damals staatlichen Domäne zu kaufen. Man wollte den Fremdenverkehr in Hardegsen fördern. Der angelegte Kurpark diente den Kurgästen als Begegnungsstätte und zur Erholung.

Durch den Park fließt fließt der Bach Lunau, der einen künstlich angelegten Teich mit Fontäne speist.

Auch wenn wir jetzt seit über zwölf Jahren keine Kurstadt mehr sind, wird der Park weiterhin von vielen Einwohnern als Ort der Begegnung genutzt. Viele nehmen den Park als Kulisse, um ihren schönsten Tag im Leben, die Hochzeit, für die Ewigkeit festzuhalten. Die Hochzeitsfotos am Teich oder im Hintergrund das Muthaus sind wunderschön. Auch größere Veranstaltungen wie das Gartenfestival Lebenslust im Juni jeden Jahres lädt tausende Besucher in den Kurpark ein. Auch fanden Qi Gong-Kurse im Sommer oder in Corona-Zeiten ein Weihnachtsgottesdienst im Kurpark statt.


Gepflegt wird der Park übrigens von der Stadt und der Bevölkerung Hardegsens. Im Frühling blühen viele Osterglocken oder Tulpen im Park. Auch an die Partnerstadt Stolberg gibt es einen Erinnerungsstein. Und wer ins kalte Nass springen möchte, sollte lieber in das angrenzende Burgbad gehen.
Da der Kurpark inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist, unschwer am 1974 eröffneten Musikpavillon im oberen Teil des Kurparks zu erkennen, wird dieser in den nächsten Jahren neu gestaltet. Vielleicht sind dann auch wieder ein paar (hässliche) Entlein im Kurpark zu finden.

 

Unsere Märchen

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“ Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in...

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Unsere Standorte

Die Glocke

„Sobald die Kirchturmglocke läutet, beginnt ein einzigartiger Moment.“

Seine schönsten Momente, die lebenswichtigen Einschnitte in seinem Leben, werden doch zu einem hohen Prozentsatz an diesem Ort erfahren: Die Kirche. Sei es die Taufe, die Konfirmation oder auch die Hochzeit. Gewiss, die Kirche hätte so einiges zu erzählen. Und auch das Läuten der Kirchenglocke übernimmt eine wichtige Rolle in unserem Leben. Sagt sie uns doch an, wann wir nach Hause gehen müssen, wie spät es ist oder ob ein Gottesdienst beginnt.

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Die Glocke

von Hans Christian Andersen

Abends in den schmalen Straßen der großen Stadt, wenn die Sonne unterging und die Wolken oben wie Gold zwischen den Schornsteinen glänzten, hörte häufig bald der Eine, bald der Andere einen sonderbaren Laut, gerade wie der Klang einer Kirchenglocke. „Nun läutet die Abendglocke,“ sagt man, „nun geht die Sonne unter!“
Die, welche außerhalb der Stadt wandelten, wo die Häuser weiter voneinander entfernt lagen, die sahen den Abendhimmel noch prächtiger und hörten den Klang der Glocke weit stärker. Es war, als käme der Ton von einer Kirche, tief aus dem stillen, duftenden Walde; und die Leute blickten dorthin und wurden ganz andächtig.
Nun verstrich längere Zeit; der eine sagte zum anderen: „Ob wohl eine Kirche da draußen im Walde ist? Die Glocke hat doch einen eigentümlich herrlichen Klang! Wollen wir nicht hinaus und sie uns näher betrachten?“ Und die reichen Leute fuhren und die Armen gingen; aber der Weg wurde ihnen so erstaunlich lang, und als sie zu einer Menge Weidenbäume kamen, die am Rande des Waldes wuchsen, da lagerten sie sich dort und blickten zu den langen Zweigen hinauf und glaubten, dass sie nun recht im Grünen seien. Der Konditor aus der Stadt kam hinaus und schlug sein Zelt auf. Drei Personen versicherten, dass sie in den Wald eingedrungen seien, bis dahin, wo er Ende; und sie hätten immer den sonderbaren Glockenklang gehört; aber es sei ihnen dort gerade gewesen, als wenn er aus der Stadt käme. Der Eine schrieb ein ganzes Lied davon und sagte, dass die Glocke wie die Stimme einer Mutter zu einem lieben, klugen Kinde klänge; keine Melodie sei herrlicher, als der Klang der Glocke.
Der Kaiser des Landes wurde auch aufmerksam darauf und versprach, dass der, welcher wirklich ausfindig machen könne, woher der Schall komme, den Titel eines „Weltglöckners“ haben solle, und das sogar, wenn es auch keine Glocke sei.
Nun gingen viele nach dem Walde; aber es war nur Einer, der mit einer Art Erklärung zurückkehrte. Keiner war tief genug eingedrungen, und er auch nicht; aber er sagte doch, dass der Glockenton von einer sehr großen Eule in einem hohlen Baume herkomme; es sei so eine Weisheitseule, die ihren Kopf fortwährend gegen den Baum stieße; aber ob der Ton von ihrem Kopfe oder von dem hohlen Stamme käme, das konnte er noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Er wurde als Weltglöckner angestellt und schrieb jedes Jahr eine kleine Abhandlung über die Eule; man ward dadurch eben so klug, wie man vorher gewesen.


Nun war gerade ein Einsegnungstag. Der Prediger hatte so schön und innig gesprochen; die Konfirmanden waren so tief bewegt gewesen; es war ein wichtiger Tag für sie: sie wurden aus Kindern mit einem Male zu erwachsenen Menschen, die Kinderseele sollte nun gleichsam in eine verständigere Person hinüberfliegen. Es war der herrlichste Sonnenschein; die Konfirmanden gingen zur Stadt hinaus, und vom Walde her erklang die große, unbekannte Glocke ganz besonders stark. Sie bekamen sogleich Lust, dahin zu gehen, und zwar alle, bis auf drei. Die Eine von diesen wollte nach Hause und ihr Ballkleid anprobieren, denn es war gerade das Kleid und der Ball, welche Schuld daran waren, dass sie dieses Mal eingesegnet worden war, sonst wäre sie nicht mitgekommen; der Zweite war ein armer Knabe, welcher seinen Konfirmationsrock und die Stiefeln vom Sohne des Wirthes geliehen hatte, und die musste er zur bestimmten Zeit zurückliefern; der Dritte sagte, dass er nie nach fremden Orten ginge, wenn seine Eltern nicht mit wären, und dass er immer ein artiges Kind gewesen, und das wolle er auch bleiben, selbst als Konfirmand, und darüber solle man sich nicht lustig machen! – Aber das taten sie doch.
Drei von ihnen gingen also nicht mit, die Andern trabten davon.

Aber bald ermüdeten zwei der Kleinsten und kehrten um und gingen wieder zur Stadt; zwei kleine Mädchen setzten sich und banden Kränze; die kamen auch nicht mit. Und als die Andern die Weidenbäume erreichten, wo der Konditor wohnte, da sagten sie: „Nun sind wir hier draußen; die Glocke existiert ja doch eigentlich nicht; sie ist nur Etwas, was man sich einbildet!“
Da ertönte plötzlich tief im Walde die Glocke so schön und feierlich, dass vier oder fünf sich entschlossen, doch noch weiter in den Wald hineinzugehen. Der war so dicht, so belaubt! Es war ordentlich beschwerlich, vorzudringen. Aber für Mädchen war es kein gangbarer Weg: sie würden sich die Kleider zerrissen haben. Das frische Quellwasser sprudelte hervor, und wunderbar tönte es, gleichwie „Kluck, Kluck!“
„Das ist wohl noch nicht die Glocke!“ sagte einer der Konfirmanden, und legte sich nieder und horchte. „Das muss man ordentlich studieren!“ Da blieb er und ließ die Andern gehen.
Sie kamen zu einem Hause aus Rinde und Zweigen; ein großer Baum mit wilden Äpfeln streckte sich darüber hin, als wollte er seinen ganzen Segen über das Dach ausschütten, die langen Zweige lagen gerade um den Giebel her und an diesem hing eine kleine Glocke. Sollte es die sein, die man gehört hatte? Ja, darin stimmten Alle überein, bis auf Einen; dieser sagte, dass die Glocke zu klein und fein sei, als dass sie in solcher Entfernung gehört werden könne, wie sie sie gehört hatten, und es ganz andere Töne wären, die ein Menschenherz so rührten. Der, welcher sprach, war ein Königssohn, und da sagten die Anderen, so einer wolle immer klüger sein.
Deshalb ließen sie ihn allein gehen; und wie er ging, wurde seine Brust mehr und mehr von der Einsamkeit des Waldes erfüllt; aber noch hörte er die kleine Glocke, über die sich die Anderen so freuten. Nun raschelte es im Busche, und da stand ein kleiner Knabe vor dem Königssohne, ein Knabe in Holzschuhen und mit einer zu kurzen Jacke. Sie kannten einander; der Knabe war gerade derjenige von den Konfirmanden, der nicht hatte mitkommen können, weil er nach Hause musste, um Rock und Stiefeln an des Wirthes Sohn abzuliefern. Das hatte er getan und war dann in Holzschuhen und mit den ärmlichen Kleidern allein fortgegangen; denn die Glocke klang so stark, so tief: er musste hinaus.

„Wir können ja zusammen gehen!“ sagte der Königssohn. Aber der arme Konfirmand mit den Holzschuhen war ganz verschämt. Er zupfte an den kurzen Ärmeln der Jacke und sagte: er fürchte, er könne nicht so rasch mitkommen; überdies meine er, dass die Glocke zur Rechten gesucht werden müsse, denn den Platz habe ja alles Große und Herrliche.
„Ja, dann begegnen wir uns gar nicht!“ sagte der Königssohn und nickte dem armen Knaben zu, der in den tiefsten Teil des Waldes hineinging, wo die Dornen seine ärmlichen Kleider entzwei und Antlitz, Hände und Füße blutig rissen. Der Königssohn erhielt auch einige tüchtige Risse, aber die Sonne beschien doch seinen Weg, und er ist es, dem wir nun folgen, denn er war ein flinker Bursche.
„Die Glocke will und muss ich finden!“ sagte er, „und wenn ich auch bis ans Ende der Welt gehen muss. „Ringsum die schönsten grünen Wiesen, wo Hirsch und Hündin im Grase spielten, wuchsen prächtige Eichen und Buchen; und war einer der Bäume in der Rinde gesprungen, so wuchsen Gras und lange Ranken in den Spalten; da waren auch große Waldstrecken mit stillen Landseen, worin weiße Schwäne schwammen und mit den Flügeln schlugen.
Der Königssohn stand oft still und horchte; oft glaubte er, dass von einem dieser Seen die Glocke zu ihm herauf klang; aber dann merkte er wohl, dass es nicht daher käme, sondern dass die Glocke noch tiefer im Walde ertöne.
Nun ging die Sonne unter; die Luft erglänzte rot wie Feuer; es wurde so still und er sank auf seine Knie, sang sein Abendlied und sagte:
„Nie finde ich, was ich suche! Nun geht die Sonne unter, nun kommt die finstere Nacht. Noch einmal kann ich die Runde, rote Sonne vielleicht noch sehen, ehe sie an dem Horizonte verschwindet: ich will dort auf die Felsen hinaufsteigen; ihre Höhe erreicht die der höchsten Bäume!“
Und er ergriff nun Ranken und Wurzeln und kletterte an den nassen Steinen empor- aber hinauf kam er, bevor die Sonne, von dieser Höhe gesehen, ganz untergegangen war.
O, welche Pracht! Das große, herrliche Meer, welches seine langen Wogen gegen die Küste wälzte, streckte sich vor ihm aus, und die Sonne stand wie ein großer, glänzender Altar da draußen, wo Meer und Himmel sich begegneten; Alles schmolz in glühenden Farben zusammen; der Wald und das Meer sang und sein Herz mit.
Die ganze Natur war eine große, heilige Kirche, worin Bäume und schwebende Wolken die Pfeiler, Blumen und Gras die gewebte Samtdecke und der Himmel selbst die große Kuppel bildeten; dort oben erloschen die roten Farben, indem die Sonne verschwand; aber Millionen Sterne wurden angezündet; es glänzten Millionen Diamantlampen, und der Königssohn breitete seine Arme aus gegen den Himmel, gegen das Meer und gegen den Wald.
Da kam plötzlich, von dem rechten Seitenwege, der arme Konfirmand mit den kurzen Ärmeln und den Holzschuhen, er war hier ebenso zeitig angelangt; er war auf seinem Wege dahin gekommen.
Und sie liefen einander entgegen und fassten einander an die Hand in der großen Kirche der Natur und der Poesie. Und über ihnen ertönte die unsichtbare, heilige Glocke: selige Geister umschwebten sie im Tanze zu einem jubelnden Halleluja!
.

 

 

 

Aufgabe

In der Kirche gibt es viel zu entdecken. Zähle beim nächsten Besuch doch mal, wie viele Orgelpfeifen zu sehen sind. Oder wie viele Schritte du von ganz hinten bis ins Kirchenschiff gehen musst. Wie viele Sitzbänke sind vorhanden? Wie hoch ist wohl der Kirchturm? Findest du alte Inschriften? Was bedeuten diese wohl? Du kannst auch online der 600 Jahre alten St. Mauritius Kirche einen Besuch abstatten.

https://kirchengemeinde-hardegsen.wir-e.de/digitale-kirchenfuehrung-st-mauritius

Was die Kirche schon so alles erlebt hat...

Die Kirche
Der Bau der Sankt Mauritius Kirche ist im Jahre 1423 ist von Herzogin Margarete von Braunschweig veranlasst worden. 
Um die Entstehung der Kirche rankt sich die Legende, dass Herzogin Margaretes 1394 im Kirchenbann verstorbener Gatte Otto „der Quade“ sein Seelenheil nur wiedererlangen könne, wenn sie für ihn und ihre Seele Buße tue. 
Wir können vermuten, dass der Bau unserer heutigen Mauritius Kirche ein Teil ihrer Buße war, zumal es als sicher gilt, dass an gleicher Stelle bereits eine Kirche gestanden hat, die aber zu Margaretes Lebzeiten schon baufällig war.

Die Edskes-Orgel 
ist benannt nach ihrem Erbauer, dem holländischen Orgelbauer Bernhardt H. Edskes, aus Wohlen in der Schweiz. Die gesamte Orgel ist vollständig aus Holz gebaut, nicht einmal Schrauben oder Nägel wurden verwendet. 
Am Pfingstsonntag, 26. Mai 1996, wurde sie geweiht.

Mit dem Glockenschlag durchs Leben

So wie mir geht es bestimmt allen, die in der Hardegser Altstadt aufgewachsen sind: Seit ich denken kann, höre ich den Glockenschlag der St. Mauritiuskirche. Oder vielmehr, ich höre ihn nur, wenn ich  darauf achte, sonst ist er Teil der Welt wie Sonne und Wind, wie Frühling und Herbst.

Als Kind war ich krank mit Masern, hohes Fieber, lag im Bett, tagelang. War zum Lesen zu klein, zum Aufstehen zu schlapp. Dämmerte vor mich hin. Aber zählen konnte ich schon und begriff, dass die Glockenschläge wohl etwas mit Zeit zu tun hatten: Ein Schlag für viertel, zwei Schläge für halb, drei Schläge, vier Schläge. Dann die Stundenschläge in tieferem Klang.

Gespielt haben wir Kinder damals auf der Stubenstraße, der Hohen Straße, Am Plan. Roller fahren, Seilspringen oder Hinkelhäuschen mit Kreide gemalt. Keiner von uns hatte eine Uhr. Aber zum Abendbrot kurz nach sechs waren alle pünktlich; die Kirchenglocke hatte uns nach Hause geschickt.

Jahre später die Katastrophe: ein Trauerfall in der Familie, völlig überraschend, viel zu früh. In den ersten Nächten habe ich kaum geschlafen. War verloren, wie betäubt. Doch in all der Verzweiflung gab es einen vertrauten Klang: alle Viertelstunde der Glockenschlag der Kirche. Die Zeit vergeht, ich kann es hören. Bald wird es wieder hell.

Als Jugendliche haben wir abends an der Burg gesessen, im Dunkeln erzählt und gekichert. Um elf Uhr sollten wir zu Hause sein. Na gut, mit dem Stundenschlag sind wir losgelaufen, das ging dann gerade noch so in Ordnung.

So zieht sich der Klang durchs Leben: Beim Schwimmen im Freibad oder spazierend durch den Kurpark, schnelles Eilen zu einer Verabredung oder stilles Verweilen auf einer Bank im Sonnenschein. Egal, ob man keine Uhr zur Verfügung hat oder einfach die Augen schließt. Ob man in froher Stimmung ist oder vor Sorgen nachts wach liegt. Etwas ist immer da und gibt den Takt Tag für Tag: alle Viertelstunde der Glockenschlag der St. Mauritiuskirche.

Sabine Hirte

 

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Unsere Standorte

Sterntaler

„Verschenkt Gold zu Weihnachten oder besonderen Anlässen.“
Diese Idee findet man auf der Homepage der Volksbank. Welches Märchen passt da nicht besser als Sterntaler? Auch sie bekommt am Ende des Märchens Gold, das allerdings vom Himmel fällt, weil sie ihr letztes Hemd an jemanden verschenkt. Würdest auch du dein letztes Hemd weggeben? Wer würde es bekommen?

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Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen, das war ganz allein auf der Welt. Es hatte nichts mehr als die Kleider, die es am Leib trug und ein Stück Brot in der Hand. So ging es in die Welt hinaus. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sagte: „Ach, gib mir etwas zu essen. Ich bin so hungrig.“ Und das Mädchen schenkte ihm das ganze Stück Brot.

Dann kam ein Kind, das jammerte: „Mich friert. Ach, wenn ich doch etwas Warmes für meinen Kopf hätte!“ Und das Mädchen schenkte ihm seine Mütze. Nach einer Weile kam wieder ein Kind, das hatte keine Jacke an und fror. Dem schenkte das Mädchen seine Jacke. Danach bat ein Kind um ein Hemdchen. Dem schenkte das Mädchen seinen Hemd.

 

Als es dunkel wurde, gelangte das Mädchen in einen Wald. Da kam noch ein Kind und bat um ein Hemdchen. Das Mädchen dachte: „Es ist so dunkel, dass mich niemand sehen kann, dann kann ich mein Hemdchen auch verschenken. Und wie es so dastand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel und waren lauter blanke Taler. Das Mädchen hatte ein neues Hemd an von allerfeinstem Leinen. Da sammelte es die Taler hinein und hatte genug für sein ganzes Leben.

Sterntalerlesung

Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders wurde im Dezember 2022 die nächste Station des Märchenpfads veröffentlicht: Sterntaler an der Hardegser Volksbank. Die Geschichte der Bank ist durchaus spannend, lief doch der Bankdirektor mit dem Guthaben der Bank fort oder stand der Tresor der Bank früher im Wohnzimmer des Direktors. Nah, seid ihr neugierig geworden? Dann schaut euch den Standort doch mal genauer an!

Aufgabe

Überlegt doch mal, was würdet ihr wie Sterntaler abgeben? Würdet ihr auch euer letztes Hemd weggeben?

Die Volksbank

Eine lange Geschichte

Die Hardegser Volksbank wurde am 6. Juni 1886 gegründet. Hardegsen hatte gerade mal 1095 Einwohner und davon gründeten 40 Personen (11 kamen sogar aus dem kleinen Dorf Ertinghausen) die Spar- und Darlehenskasse.  Durch die „Sparkasse“ sollten die Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Ersparnisse zu sichern und somit auch im Alter Geld zu haben, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten. Die „Sparkassen“ haben aber noch keine eigenen Geschäftsräume bezogen, so wie wir es heute kennen. Die Geschäfte werden in den Wohnungen der jeweiligen Rendanten, das heißt den Geschäftsführern erledigt, zu jeder Tages- und Nachtzeit mussten sie zur Verfügung stehen. In Hardegsen war der erste Geschäftsführer der Kaufmann Herr Illemann. Dieser bekam gerade mal 50 Mark Vergütung pro Jahr.

1889 fehlte laut Kassenprüfung sogar 456,58 Mark in der Kasse. Doch man verfolgte das nicht länger, war es wohl auf dem Postweg verloren gegangen.

Im September 1898 wurde die erste Geschäftsbeziehung eingegangen, mit der Ortschaft Fredelsloh. 1968 entschied man sich aufgrund der Konkurrenz aus Göttingen für den Namen Volksbank. 1977 fusionierte die Hardegser Bank mit Moringen und Fredelsloh.

Im Jahre 1893 fasste man den Beschluss, einen feuerfesten Geldschrank für 450 Mark anzuschaffen. Allerdings hatten die Mitglieder die Sorge, dass er in den Wohnräumen sicher steht, denn man wusste nicht, ob der Holzfußboden, der Last standhielt.

1899: Der Rendant Tolle verschwindet spurlos, er veruntreute Geld, hat selbst viele Kredite aufgenommen und nimmt auf der Flucht nach Amerika sogar den Schlüssel für den Tresor mit. Der Volks- und Raiffeisenbank geht es nicht mehr gut, sie hat viel Geld verloren.

1915 wird dann ein neuer Geldschrank angeschafft, der sogar bis 1963 genutzt wurde.

1920 war es endlich so weit. Das erste eigene Büro im Hause Düker, in der Langen Straße wird bezogen. 1936 zog man in das Haus gegenüber von Illemann, aber 1938 fand erneut ein Umzug in ein Ärztehaus statt.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner nach dem zweiten Weltkrieg weigert sich Geschäftsführer Heinrich Rabe 1945, den Tresor zu öffnen.

Seit 1952 gab es eine Torpedo-Buchungsmaschine, das heißt Kontoauszüge konnten gedruckt werden und es musste nicht mehr alles in ein Buch eingetragen werden.

In den Jahren von 1962 bis 1964 wurde das uns heute bekannte Bankgebäude gebaut. 1983/1984 sowie 2020 wurde das Gebäude umgebaut, erweitert und modernisiert. 2020 wurde in zwei Bauabschnitten das Erdgeschoss vollkommen entkernt. Es ist ein neuer Selbstbedienungsbereich und Servicepoint entstanden. In dem Hardegser Bankhaus haben heutzutage 30 Mitarbeiter ihre Arbeitsstelle.

GOLD NICHT NUR ZU WEIHNACHTEN

Das Märchen Sterntaler passt doch hervorragend zur Hardegser Volksbank. Wäre es nicht schön, wenn wie in dem Märchen Goldtaler vom Himmel fallen und die Armen beschenken würde?

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Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“ Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch...

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Unsere Standorte

Dornröschen

„Dornröschen war ein liebes Kind, liebes Kind…“
Dieser Vers aus dem bekannten Kinderlied weckt doch bestimmt auch bei dir sofort einen Ohrwurm, oder? War Dornröschen denn wirklich immer so lieb? Lies das Märchen oder höre es dir an und erfahre, ob die Verse aus dem Lied die Wahrheit sprechen.

igel

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Dornröschen

Es war einmal ein Königspaar, das feierte zur Geburt seiner Tochter ein großes Fest.
Auch 12 Feen des Königreichs waren eingeladen. Jede beschenkte das Mädchen mit einem guten
Wunsch. Da erschien die 13. Fee. Sie war sehr zornig, weil sie nicht eingeladen worden war, und rief:
„Die Königstochter soll sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und tot umfallen!“
Da trat die 12. Fee vor, die ihren Wunsch noch nicht ausgesprochen hatte. Sie konnte den bösen
Wunsch nicht aufheben, nur mildern: „Es soll kein Tod sein, sondern ein 100-jähriger Schlaf.


An ihrem 15. Geburtstag entdeckte die Prinzessin in einem kleinen Stübchen im Schlossturm eine alte
Frau, die emsig spann. Als die Prinzessin die Spindel auch einmal in der Hand halten wollte, stach sie
sich damit in den Finger und sank sofort in einen tiefen Schlaf.

Und dieser Schlaf verbreitete sich über
das ganze Schloss.

Rings um das Schloss begann eine dichte Rosenhecke zu wachsen; kein Prinz
konnte hindurch. Als 100 Jahre um waren, kam wieder ein Prinz. Die Dornenhecke tat sich vor ihm
auf, und gerade als er Dornröschens Lippen mit einem Kuss berührte,

wachte sie auf und das ganze
Schloss mit ihr. Da sie sich lieb hatten, feierten Dornröschen und der Prinz bald Hochzeit.

Aktion beim Tag des Denkmals 2022

Spürnasen, Dornröschen, Rotkäppchen, Ritter & Königssohn

 

Im Rahmen des Tages des offenen Denkmals konnte der Familientreff Klatschmohn nun offiziell seine achte Station des Märchenpfads an der Burg Hardeg veröffentlichen. 

Wer hat Dornröschen wach geküsst?

Diese Frage haben rund 20 Kinder mit ihren Eltern bei der märchenhaften Spurensuche im Rahmen des Tages des offenen Denkmals am 11. September im Hardegser Muthaus beantwortet. Die verschiedenen Rätsel, die das Team des Familientreffs Klatschmohn für die Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahre vorbereitet hatte, wurden innerhalb kürzester Zeit gelöst. Nachdem Kristin König, Vorstandsmitglied im Familientreff Klatschmohn, den jungen Detektiven das Märchen zunächst erzählt hat, sind die Spürnasen anschließend eifrig und erfolgreich beim Lösen der Aufgaben im Rittersaal des Muthauses auf Spurensuche gegangen. Dabei schauten sie sich neben den Gemälden und sehr alten Reliquien ein Wimmelbild von Dornröschen sehr genau an. Puzzleteile wurden gesucht, an der Spindel die Wolle aufgewickelt, Rosenblüten nach Zahlen untersucht oder das Märchen nochmal genau gelesen, um die passenden Codes für die Zahlenschlösser zu knacken. Damit gelangten alle Besucher an die Hinweise, um die Frage zu beantworten, wer Dornröschen wach geküsst hat. Zur Belohnung gab es für alle eine Medaille, überreicht vom Königssohn persönlich.

Aufgabe

Welche Wörter findest du? Es sind zehn Wörter versteckt.

hase rabbit

Burg Hardeg - Das Muthaus

Als Besitzer „der Burg“ wird 1266 Ludwig der II. von Rosdorf genannt. Ludwig hatte drei Söhne, die sich um den weiteren Ausbau der Burg gekümmert haben. Der Bau des Muthauses hatte sie damals sogar in finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

1379 kaufte der Herzog Otto von Göttingen die Burgen in Hardegsen und Moringen für 3000 Mark Silber. Auf der Burg Hardegsen richtete er neun Jahre später seinen Wohnsitz ein, wo er 1394 starb. Seine Frau lebte noch ein paar Jahre dort weiter.
Danach gab es wieder neue Besitzer und Bewohner: Johann Zepollen und zu einem späteren Zeitpunkt Herzogin Elisabeth.

Während der mittelalterlichen Zeit, 1466, musste die Burg sogar einmal verteidigt werden, wurde aber niemals erobert.In den weiteren Jahrhunderten hatte dieses Gebäude mehrere Bezeichnungen, wie fürstliches Schloss, Preußische oder Niedersächsische Domäne. Erst 1973 ging diese Burg endgültig in den Besitz der Stadt Hardegsen über.

Von der ehemaligen Burg Hardeg sind heute noch die drei folgenden Gebäudeteile erhalten:
Das Muthaus – das Wahrzeichen Hardegsens, das Hagenhaus und Teile der Eingrenzungsmauer an der Südseite.

Das Muthaus

Das 1324 erbaute Muthaus ist sogar das älteste, größte und vollständig erhaltene Bauwerk bei uns in Südniedersachsen. Früher hieß es „Moßhaus“, welches auf das mittelhochdeutsche Wort „muos“ zurückzuführen ist und für Essen bzw. Mahlzeit steht.
Dieses Hauptwohngebäude ist aus Sandsteinen errichtet worden und hat vier Stockwerke. Jedes Stockwerk besteht aus nur einem einzigen Raum, der in der Mitte von Säulen aus Holz getragen wird und durch Holztreppen erreichbar ist. Das gesamte Bauwerk ist auf einem Sandsteinfelsen erbaut worden und verfügt über ein eindrucksvolles, gotisches Kellergewölbe. Von außen sind nur wenig Verzierungen und Verschnörkelungen an einigen Fenstern erkennbar. An einem ist sogar eine Inschrift in gotischen Buchstaben teilweise erhalten geblieben. Dort steht geschrieben, wann die Burg erbaut wurde und wie die Bauherren hießen.

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